Anhörungsrüge – und ihre Begründung

Unzulässig ist eine Anhörungsrüge, wenn es ihr an der erforderlichen Begründung fehlt.

Anhörungsrüge - und ihre Begründung

Dem Begründungserfordernis in § 356a Satz 2 StPO ist nicht nur bei Fehlen jeglicher Begründung, sondern auch dann nicht Genüge getan, wenn die Begründung völlig ungeeignet ist, um einen Gehörsverstoß schlüssig darzutun; dem Fehlen einer Begründung ist eine völlig ungeeignete Begründung rechtlich gleichzustellen1.

Die Anhörungsrüge gemäß § 356a StPO hat nicht den Zweck, das Revisionsgericht zur Prüfung versäumten Revisionsvorbringens zu einer möglichen Gehörsverletzung (oder sonstigen Verfahrensfehlern) im erstinstanzlichen Verfahren zu veranlassen2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 6. November 2018 – 1 StR 399/15

  1. OLG Nürnberg, Beschluss vom 18.10.2006 – 2 St OLG Ss 170/06, NStZ 2007, 237 mwN; KK/Gericke, StPO, 7. Aufl., § 356a Rn. 10; vgl. auch BGH, Beschlüsse vom 24.10.2005 – 5 StR 269/05, NStZ-RR 2006, 85 mwN; vom 15.11.2012 – 3 StR 239/12, NStZ-RR 2013, 153 mwN; und vom 30.09.2013 – 1 StR 305/13 4 mwN []
  2. BGH, Beschluss vom 13.01.2009 – 4 StR 196/08 4 mwN; Löwe/Rosenberg/Franke, StPO, 26. Aufl., § 356a Rn. 4 mwN []