Betrug – und die Fest­stel­lung eines täu­schungs­be­ding­ten Irr­tums

In den Urteils­grün­den ist grund­sätz­lich fest­zu­stel­len und dar­zu­le­gen, wel­che irri­gen Vor­stel­lun­gen die Per­son hat­te, die die für eine Betrugs­straf­bar­keit maß­geb­li­che Ver­fü­gung trifft.

Betrug – und die Fest­stel­lung eines täu­schungs­be­ding­ten Irr­tums

Zwar ist es danach, ins­be­son­de­re in kom­plex gela­ger­ten Fäl­len, regel­mä­ßig erfor­der­lich, die irren­de Per­son zu ermit­teln und in der Haupt­ver­hand­lung über ihr tat­re­le­van­tes Vor­stel­lungs­bild zu ver­neh­men 1.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gilt dies jedoch vor allem im Bereich gleich­för­mi­ger, mas­sen­haf­ter oder rou­ti­ne­mä­ßi­ger Geschäf­te, die von selbst­ver­ständ­li­chen Erwar­tun­gen geprägt sind, nicht aus­nahms­los.

Lie­gen dem Tat­vor­wurf – wie im vor­lie­gen­den Fall – zahl­rei­che Ein­zel­fäl­le zu Grun­de, kann die Ver­neh­mung weni­ger Zeu­gen aus­rei­chen; wenn deren Anga­ben das Vor­lie­gen eines Irr­tums (in den sie betref­fen­den Fäl­len) bele­gen, kann auf die Erre­gung eines Irr­tums auch bei ande­ren Ver­fü­gen­den geschlos­sen wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Sep­tem­ber 2017 – 4 StR 88/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 05.12 2002 – 3 StR 161/​02, NJW 2003, 1198, 1199 f.[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 22.05.2014 – 4 StR 430/​13, NJW 2014, 2132, 2133 mwN[]