Beweis­wür­di­gung – und die erfor­der­li­che Gesamt­wür­di­gung

Die Beweis­wür­di­gung ist zwar grund­sätz­lich Sache des Tat­ge­richts; der revi­si­ons­ge­richt­li­chen Über­prü­fung unter­liegt aber, ob dem Tat­ge­richt dabei Rechts­feh­ler unter­lau­fen sind.

Beweis­wür­di­gung – und die erfor­der­li­che Gesamt­wür­di­gung

Dies ist etwa der Fall, wenn die Beweis­wür­di­gung

  • wider­sprüch­lich, unklar oder lücken­haft ist,
  • gegen Denk­ge­set­ze oder gesi­cher­te Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt 1 oder
  • wenn die ein­zel­nen Beweis­ergeb­nis­se nur iso­liert gewer­tet und nicht in eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung ein­ge­stellt wur­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Janu­ar 2017 – 2 StR 463/​16

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 30.03.2004 – 1 StR 354/​03, NStZ-RR 2004, 238; Urteil vom 11.01.2005 – 1 StR 478/​04, NStZ-RR 2005, 147; Urteil vom 02.12 2005 – 5 StR 119/​05, NJW 2006, 925, 928[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 10.12 1986 – 3 StR 500/​86, BGHR StPO § 261 Beweis­wür­di­gung 2; Urteil vom 14.08.1996 – 3 StR 183/​96, BGHR StPO § 261 Beweis­wür­di­gung 11; BGH, Urteil vom 17.09.1986 – 2 StR 353/​86, BGHR StPO § 261 Beweis­wür­di­gung, unzu­rei­chen­de 1; Urteil vom 12.09.2001 – 2 StR 172/​01, NStZ 2002, 48; BGH, Urteil vom 30.03.2004 – 1 StR 354/​03, NStZ-RR 2004, 238; BGH, Beschluss vom 27.09.2012 – 2 StR 349/​12, NStZ-RR 2013, 51[]