Der Exzess des Mittäters

Ein Exzess des Mittäters liegt nur bei einem wesentlich vom gemeinsamen Tatplan abweichenden Ablauf vor1.

Der Exzess des Mittäters

Handlungen eines anderen Tatbeteiligten, mit denen nach den Umständen des Falles gerechnet werden muss, werden vom Willen des Mittäters umfasst, auch wenn er sie sich nicht besonders vorgestellt hat2.

Gleiches gilt für Abweichungen, bei denen die verabredete Tatausführung durch eine in ihrer Schwere und Gefährlichkeit gleichwertige ersetzt wird3.

Ebenso ist ein Mittäter für jede Ausführungsart einer von ihm gebilligten Straftat verantwortlich, wenn ihm die Handlungsweise seines Tatgenossen gleichgültig ist4.

Ist eine Zurechnung einer Körperverletzungshandlung nach § 25 Abs. 2 StGB möglich, dann kann auch die eingetretene Folge nach § 18 StGB zugerechnet werden.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Dezember 2016 – 2 StR 177/16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 05.10.2005 – 2 StR 94/05, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 Gemeinschaftlich 2; weitere Nachweise bei Joecks in: Münchener Kommentar zum StGB, 3. Aufl., § 25 Rn. 243[]
  2. vgl. etwa BGH, Urteil vom 15.09.2004 – 2 StR 242/04, BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 32; BGH, Urteil vom 28.10.2009 – 1 StR 205/09, insoweit in NJW 2010, 308, 309 nicht abgedruckt[]
  3. BGH, Urteil vom 02.12 2004 – 3 StR 219/04 NStZ-RR 2005, 71, 72; Urteil vom 16.09.2009 – 2 StR 259/09, NStZ 2010, 33 f.[]
  4. BGH, Urteil vom 15.09.2004 – 2 StR 242/04, BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 32; BGH, Urteil vom 02.12 2004 – 3 StR 219/04 NStZ-RR 2005, 71, 72; Urteil vom 16.09.2009 – 2 StR 259/09, NStZ 2010, 33 f.; BGH, Urteil vom 28.10.2009 – 1 StR 205/09, insoweit in NJW 2010, 308, 309 nicht abgedruckt[]