Die geklau­te lee­re Geldbörse

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs fehlt es dann, wenn sich der Täter nicht ein Behält­nis, son­dern in der Hoff­nung auf mög­lichst gro­ße Beu­te allein des­sen ver­mu­te­ten Inhalt aneig­nen will, hin­sicht­lich des Behält­nis­ses am Zueig­nungs­wil­len zum Zeit­punkt der Weg­nah­me.

Die geklau­te lee­re Geldbörse

Inso­weit liegt dann nur ein aus Sicht des Täters fehl­ge­schla­ge­ner Ver­such vor [1].

Dass das Gericht in einem sol­chen Fall aller­dings von der Mög­lich­keit der Straf­rah­men­mil­de­rung nach §§ 23 Abs. 2, 49 Abs. 1 StGB Gebrauch macht und des­halb jeweils eine nied­ri­ge­re Ein­zel­stra­fe ver­hängt, liegt für den Bun­des­ge­richts­hof fern. Denn die Tat­aus­füh­rung weist gro­ße Voll­endungs­nä­he auf, da es vom Zufall abhing, ob die Ange­klag­ten Geld erbeu­te­ten oder nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. April 2018 – 4 StR 538/​17

  1. BGH, Beschlüs­se vom 26.11.2003 – 3 StR 406/​03, NStZ 2004, 333; und vom 08.09.2009 – 4 StR 354/​09, NStZ-RR 2010, 48 [Ls][]