Gebüh­ren für den Poli­zei­ge­wahr­sam

Wer in poli­zei­li­chen Gewahr­sam genom­men wird, weil die Bege­hung einer Straf­tat oder Ord­nungs­wid­rig­keit zu befürch­ten steht, muss nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier die mit der Inge­wahrs­am­nah­me ver­bun­de­nen Kos­ten tra­gen.

Gebüh­ren für den Poli­zei­ge­wahr­sam

Die­ser Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier lag die Kla­ge eines Betrof­fe­nen zugrun­de, der im Mai letz­ten Jah­res in stark alko­ho­li­sier­tem Zustand von Beam­ten der Poli­zei­in­spek­ti­on Witt­lich mit­ge­nom­men und auf­grund einer gericht­li­chen Anord­nung bis zum nächs­ten Mor­gen in einer Zel­le unter­ge­bracht wur­de. Gegen den Klä­ger hat­te es zuvor Beschwer­den aus der Nach­bar­schaft wegen über­lau­ter Musik anläss­lich einer pri­va­ten Fei­er gege­ben. Bei den dar­auf­hin durch­ge­führ­ten Poli­zei­ein­sät­zen, bei denen die Ein­hal­tung einer ange­mes­se­nen Laut­stär­ke ange­mahnt wur­de, zeig­te er sich unein­sich­tig und beim drit­ten Ein­satz schließ­lich auch aggres­siv gegen­über den Beam­ten. Da auf­grund sei­nes Ver­hal­tens die Bege­hung von Straf­ta­ten oder Ord­nungs­wid­rig­kei­ten – ins­be­son­de­re gegen­über den die Anzei­ge erstat­ten­den Nach­barn – zu befürch­ten stand, nah­men die Beam­ten den Klä­ger zur Poli­zei­in­spek­ti­on mit. Das zustän­di­ge Amts­ge­richt ord­ne­te schließ­lich die Inge­wahrs­am­nah­me über Nacht an. Das beklag­te Land stell­te dem Klä­ger, der in die­ser Nacht die Wän­de der Zel­le mit Kot ver­schmier­te, die Kos­ten der Inge­wahrs­am­nah­me (Auf­ent­halt + Rei­ni­gung) in Höhe von ins­ge­samt ca. 100 € (davon 42 € für die Rei­ni­gung der Zel­le) in Rech­nung.

Zu Recht, urteil­te jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier. Bei der Inge­wahrs­am­nah­me zum Zwe­cke der Ver­hin­de­rung der bevor­ste­hen­den Bege­hung von Straf­ta­ten oder Ord­nungs­wid­rig­kei­ten han­de­le es sich um eine Amts­hand­lung im Sin­ne des ein­schlä­gi­gen gebüh­ren­recht­li­chen Vor­schrif­ten, deren Vor­nah­me eine Gebüh­ren­pflicht begrün­de, da sie vom Gebüh­ren­pflich­ti­gen ver­ur­sacht und die­sem indi­vi­du­ell zure­chen­bar sei. Die grund­sätz­lich erfor­der­li­che Recht­mä­ßig­keit der Inge­wahrs­am­nah­me ste­he auf­grund der recht­lich ver­bind­li­chen Anord­nung des zustän­di­gen Amts­ge­richts fest. Die Höhe der Gebühr sei schließ­lich eben­falls nicht zu bean­stan­den, weil sie sich im unte­ren Bereich der nach den ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen vor­ge­se­he­nen Rah­men­ge­bühr bewe­ge.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 25. Janu­ar 2011 – 1 K 840/​10.TR