Nach­träg­li­che Gesamt­ar­beit – und der maß­geb­li­che Zeit­punkt

Nach § 55 Abs. 1 StGB ist eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fe zu bil­den, wenn ein rechts­kräf­tig Ver­ur­teil­ter, bevor die gegen ihn erkann­te Stra­fe erle­digt ist, wegen einer ande­ren Straf­tat ver­ur­teilt wird, die er vor der frü­he­ren Ver­ur­tei­lung began­gen hat.

Nach­träg­li­che Gesamt­ar­beit – und der maß­geb­li­che Zeit­punkt

Dabei kommt es auf das letz­te Urteil des frü­he­ren Ver­fah­rens an, in dem noch eine tatrich­ter­li­che Ent­schei­dung zur Schuld- und Straf­fra­ge getrof­fen wor­den ist [1].

Dies kann auch ein Beru­fungs­ur­teil sein, sofern wenigs­tens noch über einen Teil der Stra­fe – zu der auch die Ent­schei­dung über eine Straf­aus­set­zung gehört – zu befin­den war [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Novem­ber 2015 – 4 StR 407/​15

  1. BGH, Beschluss vom 03.06.2015 – 4 StR 176/​15; Beschluss vom 19.02.2014 – 2 StR 558/​13, NStZ-RR 2014, 242, 243; Beschluss vom 01.09.2009 – 3 StR 178/​09, NStZ-RR 2010, 41[]
  2. BGH, Beschluss vom 30.06.1960 – 2 StR 147/​60; BGHSt 5, 66, 69 f.; vgl. Beschluss vom 22.02.2012 – 4 StR 22/​12, NStZ-RR 2013, 7; Beschluss vom 02.04.1985 – 4 StR 116/​85, S. 3 f.; Brin­ge­wat, Die Bil­dung der Gesamt­stra­fe, 1987, Rn.200; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 55 Rn. 6[]