Rechts­mit­tel­rück­nah­me – und die Ermäch­ti­gung des Ange­klag­ten

Der Ver­tei­di­ger ist zur Rechts­mit­tel­rück­nah­me ermäch­tigt, wenn im Zeit­punkt der Abga­be der Rück­nah­me­er­klä­rung die gemäß § 302 Abs. 2 StPO erfor­der­li­che aus­drück­li­che Ermäch­ti­gung des Ange­klag­ten vor­ge­le­gen hat.

Rechts­mit­tel­rück­nah­me – und die Ermäch­ti­gung des Ange­klag­ten

Für die­se ist kei­ne bestimm­te Form vor­ge­schrie­ben; sie kann auch münd­lich erteilt wer­den. Für ihren Nach­weis genügt die anwalt­li­che Ver­si­che­rung des Ver­tei­di­gers [1].

Ein Wider­ruf der Ermäch­ti­gung zur Revi­si­ons­rück­nah­me ist nur zuläs­sig, solan­ge die Rück­nah­me­er­klä­rung noch nicht bei Gericht ein­ge­gan­gen ist [2].

An eine danach wirk­sa­me Revi­si­ons­rück­nah­me ist der Ange­klag­te gebun­den. Die­se ist grund­sätz­lich unwi­der­ruf­lich und unan­fecht­bar [3].

Ob dem Wider­rufs­schrei­ben eine erneu­te Revi­si­ons­ein­le­gung zu ent­neh­men ist, kann dahin­ste­hen. Da die Revi­si­ons­rück­nah­me einen Ver­zicht auf die Revi­si­ons­ein­le­gung ent­hält, wäre eine danach erneut ein­ge­leg­te Revi­si­on grund­sätz­lich unzu­läs­sig [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Dezem­ber 2016 – 4 StR 558/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 15.04.2015 – 1 StR 112/​15, NStZ-RR 2016, 24 f.; Beschluss vom 10.02.2005 – 3 StR 12/​05, NStZ-RR 2005, 583; SSW-StPO/Hoch, 2. Aufl., § 302 Rn. 18 f.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 08.03.2005 – 4 StR 573/​04, NStZ-RR 2005, 211[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 15.04.2015 – 1 StR 112/​15, aaO[]
  4. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 15.04.2015 – 1 StR 112/​15, aaO; vom 03.05.1957 – 5 StR 52/​57, BGHSt 10, 245, 247; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl., § 302 Rn. 12 mwN[]