Schwe­rer Raub – per fes­seln und kne­beln

Ein schwe­rer Raub gemäß § 250 Abs. 1 Nr. 1b StGB liegt vor, wenn der Täter oder ein ande­rer Betei­lig­ter am Raub ein Werk­zeug oder Mit­tel bei sich führt, um den Wider­stand einer ande­ren Per­son durch Gewalt oder Dro­hung mit Gewalt zu ver­hin­dern oder zu über­win­den.

Schwe­rer Raub – per fes­seln und kne­beln

Als Mit­tel kom­men dabei auch Fes­se­lungs- und Kne­be­lungs­werk­zeu­ge in Betracht, wenn sie einem der ange­führ­ten Zwe­cke die­nen sol­len [1].

Für die Annah­me des Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­mals des § 250 Abs. 1 Nr. 1b StGB reicht es aus, dass ein Bei­sich­füh­ren und eine Ver­wen­dungs­ab­sicht zu irgend­ei­nem Zeit­punkt vom Anset­zen zur Tat bis zu deren Been­di­gung gege­ben sind [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. August 2016 – 4 StR 195/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 15.08.2007 – 5 StR 216/​07, NStZ-RR 2007, 375; Urteil vom 18.01.2007 – 4 StR 394/​06, NStZ 2007, 332, 334; Beschluss vom 17.06.2003 –3 StR 177/​03, NStZ-RR 2003, 328, 329 zu § 177 Abs. 3 Nr. 2 StGB; Urteil vom 06.10.1992 – 1 StR 554/​92, NStZ 1993, 79 zu § 250 Abs. 1 Nr. 2 StGB aF[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 12.03.2013 – 2 StR 583/​12, NStZ-RR 2013, 244, 245; Urteil vom 13.10.1959 – 5 StR 377/​59; BGHSt 13, 259 f.[]