Das zuerst noch aus­ge­raub­te arg- und wehr­lo­se Mordopfer

Wer sein arg­lo­ses Opfer in Tötungs­ab­sicht in eine Fal­le lockt und es dadurch in eine andau­ern­de wehr­lo­se Lage bringt, tötet auch dann heim­tü­ckisch, wenn er die durch die Arg­lo­sig­keit her­bei­ge­führ­te Wehr­lo­sig­keit tat­plan­ge­mäß vor der Umset­zung sei­nes Tötungs­vor­ha­bens zu einem Raub oder einer räu­be­ri­schen Erpres­sung aus­nutzt. In dem hier vom Bundesgerichtshof

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Raub mit Todes­fol­ge – und die Pati­en­ten­ver­fü­gung des Opfers

Der qua­li­fi­ka­ti­ons­spe­zi­fi­sche Risi­ko­zu­sam­men­hang im Sin­ne des § 251 StGB wird nicht dadurch unter­bro­chen, dass die behan­deln­den Ärz­te mit Blick auf eine wirk­sa­me Pati­en­ten­ver­fü­gung in recht­mä­ßi­ger Wei­se von einer Wei­ter­be­hand­lung des mori­bun­den Raub­op­fers abse­hen. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Streit­fall war die unter Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz und Dia­be­tes lei­den­de 84jährige spä­ter Verstorbene

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Raub mit Todes­fol­ge – und die spä­ten Schlä­ge des Mittäters

Ein (suk­zes­siv) mit­tä­ter­schaft­lich began­ge­ner Raub mit Todes­fol­ge (§ 251 StGB) kann auch dann vor­lie­gen, wenn das bekann­ter­ma­ßen gesund­heit­lich vor­ge­schä­dig­te und über einen län­ge­ren Zeit­raum zum Zweck der Beu­teer­lan­gung miss­han­del­te Tat­op­fer den töd­li­chen Herz­in­farkt erst infol­ge der ihm von einer Mit­tä­te­rin aus Wut über die uner­gie­bi­ge Tat­beu­te ver­setz­ten Schlä­ge und des

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Frei­heits­be­rau­bung nach dem Raub

Wird das gefes­sel­te Opfer vom Räu­ber im Wohn­zim­mer sei­nes Hau­ses zurück­ge­las­sen und die Tür zwi­schen Die­le und Wohn­zim­mer ver­rie­gelt, kann dadurch der Tat­be­stand der Frei­heits­be­rau­bung (§ 239 Abs. 1 StGB) in der Vari­an­te des Ein­sper­rens ver­wirk­licht wor­den sein. Eine Frei­heits­be­rau­bung tritt im Wege der Geset­zes­kon­kur­renz hin­ter einen Raub nur inso­weit zurück, als

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Raub – und die suk­zes­si­ve Mittäterschaft

Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft, die sich auch auf die Ver­wirk­li­chung von qua­li­fi­zie­ren­den Merk­ma­len bezie­hen kann, liegt vor, wenn in Kennt­nis und mit Bil­li­gung des bis­her Gesche­he­nen – auch wenn dies von dem ursprüng­li­chen gemein­sa­men Tat­plan abweicht – in eine bereits begon­ne­ne Aus­füh­rungs­hand­lung als Mit­tä­ter ein­ge­tre­ten wird. Das Ein­ver­ständ­nis bezieht sich dann auf die

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Der Raub mit der Schreckschusspistole

Dass die Dro­hung mit einer nicht aus­schließ­bar unge­la­de­nen Gas­pis­to­le im Rah­men eines Raub­ge­sche­hens beim Opfer zu – psy­chisch ver­mit­tel­ten – phy­si­schen Fol­gen führt, die als Gesund­heits­be­schä­di­gung im Sin­ne von § 223 Abs. 1, § 224 StGB ein­zu­ord­nen sind, und der Täter mit die­ser Mög­lich­keit gerech­net und sie bil­li­gend in Kauf

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Raub mit Todes­fol­ge – und der Exzess des Mittäters

Jeder Mit­tä­ter haf­tet für das Han­deln der ande­ren nur im Rah­men sei­nes – zumin­dest beding­ten – Vor­sat­zes. Er ist für den Tat­er­folg mit­hin nur inso­weit ver­ant­wort­lich, als sein Wil­le reicht, so dass ihm ein Exzess der ande­ren nicht zur Last fällt. Gemes­sen dar­an begeg­ne­te im hier ent­schie­de­nen Fall die unter­blie­be­ne Verurteilung

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Das Besor­gen der Schuss­waf­fe für einen Überfall

Schon allein das Beschaf­fen einer gela­de­nen Schuss­waf­fe für einen Über­fall auf ein bekann­ter­ma­ßen wehr­haf­tes Opfer kann aber die Vor­her­seh­bar­keit eines töd­li­chen Gesche­hens­ver­lau­fes und damit eine Straf­bar­keit wegen fahr­läs­si­ger Tötung­be­grün­den. Der Beschaf­fer der Waf­fe hat durch sei­nen maß­geb­li­chen Tat­bei­trag eine (straf­rechts­wid­ri­ge) ursäch­li­che Bedin­gung für den Tod des Raub­op­fers gesetzt. Auch liegt

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Der Räu­ber und die gela­de­ne Gasdruckpistole

Hat ein Täter bei dem von ihm aus­ge­führ­ten Raub­über­fall eine gela­de­ne Gas­druck­pis­to­le als Droh­mit­tel ein­ge­setzt, muss vom Gericht jeden­falls dann fest­ge­stellt wer­den, ob bei die­ser Pis­to­le der Gas­druck nach vor­ne aus­trat, wenn sich dies nicht auf der Grund­la­ge der getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen anhand all­ge­mein zugäng­li­cher Quel­len erschließt. Dies ist nach der

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Raub – und das fest­ge­setz­te Auto des Opfers

Gemäß § 249 Abs. 1 Alt. 1 StGB ist ein Raub gege­ben, wenn der Täter mit Gewalt gegen eine Per­son eine frem­de beweg­li­che Sache einem ande­ren in der Absicht weg­nimmt, die Sache sich oder einem Drit­ten rechts­wid­rig zuzu­eig­nen. Der Ein­satz eines qua­li­fi­zier­ten Nöti­gungs­mit­tels im Sin­ne des § 249 Abs. 1 StGB in Form

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Mit­tä­ter oder Gehilfe?

Bei Betei­li­gung meh­re­rer Per­so­nen, von denen nicht jede sämt­li­che Tat­be­stands­merk­ma­le ver­wirk­licht, ist Mit­tä­ter im Sin­ne von § 25 Abs. 2 StGB, wer einen eige­nen Tat­bei­trag leis­tet und die­sen so in die Tat ein­fügt, dass er als Teil der Hand­lung eines ande­ren Betei­lig­ten und umge­kehrt des­sen Han­deln als Ergän­zung des eige­nen Tatanteils

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Eigen­in­ter­es­se – oder: die aus der Ban­den­ab­re­de her­aus­fal­len­den Tat

Stellt sich die Ansich­nah­me der Raub­beu­te durch einen der Täter nicht als Rea­li­sie­rung der zwi­schen den Tätern getrof­fe­nen Ban­den­ab­re­de dar, son­dern dien­te sie allein dem eige­nen Inter­es­se des Han­deln­den, das er außer­halb des ursprüng­li­chen Tat­plans ver­folg­te, ist hier­durch die Annah­me eines voll­ende­ten beson­ders schwe­ren Rau­bes durch den ande­ren Täter nicht

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Ich will zurück in Haft! – oder: Raub ohne Zueignungsabsicht

Eine Zueig­nungs­ab­sicht schei­det aber aus, wenn der Täter die frem­de beweg­li­che Sache nur weg­nimmt, um sodann gestellt zu wer­den und die Sache sogleich wie­der an den Eigen­tü­mer zurück­ge­lan­gen zu las­sen. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall war die Ange­klag­te am 12.05.2018 aus der Haft ent­las­sen wor­den. Da sie mit

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Erpres­se­ri­scher Men­schen­raub – und das Sich-Bemächtigen

Ein Sich­Be­mäch­ti­gen (in Raub­ab­sicht) im Sin­ne des § 239a Abs. 1 Halb­satz 1 StGB st anzu­neh­men, wenn der Täter die phy­si­sche Herr­schaft über das Opfer erlangt; dazu muss er weder das Opfer an einen ande­ren Ort ver­brin­gen noch den Tat­be­stand der Frei­heits­be­rau­bung erfül­len. Indes ist bei einem – auch bei Mit­tä­tern zugrunde

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Raub – und der Gewahr­sam am Geld­tre­sor des Baumarkts

Die Weg­nah­me im Sin­ne von § 249 Abs. 1 StGB setzt vor­aus, dass die Täter frem­den Gewahr­sam gebro­chen und neu­en eige­nen begrün­det haben. Gewahr­sam ist die vom Herr­schafts­wil­len getra­ge­ne tat­säch­li­che Sach­herr­schaft. Ob und wer Gewahr­sam an einer Sache hat, beur­teilt sich nach den Umstän­den des ein­zel­nen Fal­les und den Anschau­un­gen des täglichen

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Raub – und der min­der schwe­re Fall

Die Rege­lung des min­der schwe­ren Fal­les in § 250 Abs. 3 StGB dif­fe­ren­ziert nicht zwi­schen den Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stän­den der Absät­ze 1 und 2, deren jewei­li­ger Unrechts­grad in einer deut­lich abge­stuf­ten Min­dest­straf­an­dro­hung zum Aus­druck kommt. Zwar darf im Hin­blick auf § 46 Abs. 3 StGB ein min­der schwe­rer Fall nicht schon des­halb abge­lehnt wer­den, weil gemäß

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Gefähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr – und die erfor­der­li­che Gefährdung

Ein voll­ende­ter gefähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr erfor­dert, dass durch eine der in den Num­mern 1 bis 3 des § 315b Abs. 1 StGB genann­ten Tat­hand­lun­gen eine Beein­träch­ti­gung der Sicher­heit des Stra­ßen­ver­kehrs her­bei­ge­führt wor­den ist, die sich zu einer kon­kre­ten Gefähr­dung von Leib oder Leben eines ande­ren Men­schen oder einer frem­den Sache von

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Beson­ders schwe­rer Raub – und der Wurf mit dem Tresor

Der Begriff des Ver­wen­dens im Sin­ne des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB umfasst jeden zweck­ge­rich­te­ten Gebrauch. Er bezieht sich auf den Ein­satz des Nöti­gungs­mit­tels im Grund­tat­be­stand, so dass ein Ver­wen­den immer dann zu beja­hen ist, wenn der Täter zur Weg­nah­me einer frem­den beweg­li­chen Sache eine Waf­fe oder ein gefähr­li­ches Werkzeug

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(Beson­ders) schwe­rer Raub – und die unge­la­de­ne Schusswaffe

Eine unge­la­de­ne Schuss­waf­fe bzw. Gas­o­der Schreck­schuss­pis­to­le, die vom Täter als Droh­mit­tel zur Ver­hin­de­rung oder Über­win­dung von Wider­stand einer ande­ren Per­son ein­ge­setzt wird, unter­fällt (ledig­lich) dem Tat­be­stand des schwe­ren Rau­bes nach § 250 Abs. 1 Nr. 1b StGB. Mit ihr ist dage­gen nicht der Tat­be­stand des beson­ders schwe­ren Rau­bes gemäß § 250

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Raub, Gewalt, Dro­hung – und der Finalzusammenhang

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung muss zwi­schen der Dro­hung mit oder dem Ein­satz von Gewalt und der Weg­nah­me beim Raub eine fina­le Ver­knüp­fung bestehen; Gewalt oder Dro­hung müs­sen das Mit­tel zur Ermög­li­chung der Weg­nah­me sein. An einer sol­chen Ver­knüp­fung fehlt es, wenn eine Nöti­gungs­hand­lung nicht zum Zwe­cke der Weg­nah­me vor­ge­nom­men wird, son­dern der

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Der lee­re Safe

Befin­det sich in einem Behält­nis, das die Täter in ihren Gewahr­sam brin­gen, nicht die vor­ge­stell­te wert­hal­ti­ge Beu­te, kann nicht wegen eines voll­ende­ten Dieb­stahls oder Rau­bes, son­dern nur wegen (fehl­ge­schla­ge­nen) Ver­suchs ver­ur­teilt wer­den. Dem­ge­mäß ver­nein­te der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall einen voll­ende­ten Raub, da sich die Zueig­nungs­ab­sicht des Ange­klag­ten und

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Jugend­stra­fe – und die Schwe­re der Schuld

Nach der Recht­spre­chung und Tei­len der Lite­ra­tur kommt dem Unrecht der Tat bei der Prü­fung der Schwe­re der Schuld im Sin­ne von § 17 Abs. 2 Var. 2 JGG im All­ge­mei­nen kei­ne selbst­stän­di­ge Bedeu­tung zu. Ent­schei­dend ist, inwie­weit sich die cha­rak­ter­li­che Hal­tung und die Per­sön­lich­keit sowie die Tat­mo­ti­va­ti­on des Her­an­wach­sen­den in vor­werf­ba­rer Schuld

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Rück­tritt vom Ver­such – und die jugend­straf­recht­li­che Beur­tei­lung der Schuldschwere

Im Fall eines frei­wil­li­gen Rück­tritts vom Ver­such – wie hier vom ver­such­ten beson­ders schwe­ren Raub – ist die schul­d­er­hö­hen­de Berück­sich­ti­gung des zunächst gege­be­nen Voll­endungs­vor­sat­zes im Rah­men der Prü­fung der Schwe­re der Schuld jeden­falls dann rechts­feh­ler­haft, wenn nicht der Umstand der frei­wil­li­gen Abkehr von die­sem Vor­satz glei­cher­ma­ßen in den Blick genom­men wird.

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Bei­hil­fe zum Raub – und die blo­ße Kennt­nis von der Tat

Wegen Bei­hil­fe wird gemäß § 27 Abs. 1 StGB bestraft, wer vor­sätz­lich einem ande­ren zu des­sen vor­sätz­lich began­ge­ner rechts­wid­ri­ger Tat Hil­fe leis­tet. Die­se Hil­fe­leis­tung muss sich auf die Bege­hung der Haupt­tat zwar nicht kau­sal aus­wir­ken; erfor­der­lich ist aber, dass sie die Haupt­tat zu irgend­ei­nem Zeit­punkt zwi­schen Ver­suchs­be­ginn und Been­di­gung in irgendeiner

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Raub – und die fina­le Ver­knüp­fung zwi­schen Gewalt und Wegnahme

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung muss zwi­schen der Dro­hung mit oder dem Ein­satz von Gewalt und der Weg­nah­me beim Raub eine fina­le Ver­knüp­fung bestehen; Gewalt oder Dro­hung müs­sen das Mit­tel zur Ermög­li­chung der Weg­nah­me sein. An einer sol­chen Ver­knüp­fung fehlt es, wenn eine Nöti­gungs­hand­lung nicht zum Zwe­cke der Weg­nah­me vor­ge­nom­men wird, son­dern der

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Raub oder räu­be­ri­sche Erpressung?

Die Abgren­zung von Raub und räu­be­ri­scher Erpres­sung erfolgt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nach dem äuße­ren Erschei­nungs­bild des ver­mö­gens­schä­di­gen­den Ver­hal­tens des Ver­letz­ten, näm­lich danach, ob der Täter eine frem­de beweg­li­che Sache weg­nimmt oder das Opfer sie ihm über­gibt. Im vor­lie­gend vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat der Ange­klag­te nach den Feststellungen

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