Raub oder räu­be­ri­sche Erpres­sung?

Die Abgren­zung von Raub und räu­be­ri­scher Erpres­sung erfolgt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nach dem äuße­ren Erschei­nungs­bild des ver­mö­gens­schä­di­gen­den Ver­hal­tens des Ver­letz­ten, näm­lich danach, ob der Täter eine frem­de beweg­li­che Sache weg­nimmt oder das Opfer sie ihm über­gibt 1.

Raub oder räu­be­ri­sche Erpres­sung?

Im vor­lie­gend vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat der Ange­klag­te nach den Fest­stel­lun­gen die Tasche selbst weg­ge­nom­men, nach­dem deren zuvor erzwun­ge­ne Abla­ge durch den Geschä­dig­ten auf der Wasch­ma­schi­ne noch zu kei­ner Gewahr­sams­über­tra­gung geführt hat­te, son­dern ledig­lich die Mög­lich­keit zum anschlie­ßen­den eige­nen Zugriff eröff­ne­te. Für die Ver­wirk­li­chung des Raub­tat­be­stan­des spie­len der Wert sei­ner eige­nen dem Geschä­dig­ten über­las­se­nen und der von die­sem erlang­ten Tasche kei­ne Rol­le, da §§ 249, 250 StGB neben der per­sön­li­chen Frei­heit das Eigen­tum schüt­zen; ein Ver­mö­gens­scha­den muss bei die­sen Straf­tat­be­stän­den nicht ein­tre­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. April 2018 – 5 StR 606/​17

  1. BGH, Urteil vom 22.10.2009 – 3 StR 372/​09, NStZ-RR 2010, 46, 48; Beschlüs­se vom 19.01.1999 – 4 StR 663/​98, BGHR StGB § 255 Kon­kur­ren­zen 4; vom 02.12 2010 – 4 StR 476/​10, NStZ-RR 2011, 80; und vom 18.08.2011 – 3 StR 251/​11; Münch­Komm-StG­B/­San­der, 3. Aufl., § 253 Rn. 21 mwN[]