Das schlechte Gewissen bei der Steuerhinterziehung

Spätestens seit bekannt geworden ist, dass bei der Commerzbank die Steuerfahndung zu Gast war, ist das Thema Steuerhinterziehung wieder in aller Munde. Nicht das Bankhaus, sondern die Machenschaften eines Versicherungskonzerns waren Grund für die Razzia. Dem Unternehmen wird unterstellt, Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Mit dieser Meldung ist bei so einigen Betroffenen der Herzschlag schneller und die Suche nach einem Rechtsanwalt für Steuerstrafrecht intensiver geworden.

Das schlechte Gewissen bei der Steuerhinterziehung

Wie die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität Bochum mitgeteilt hat, soll die ausländische Lebensversicherungsgesellschaft mit deutschen Kunden Lebensversicherungsverträge abgeschlossen haben, die nach außen hin als steuerprivilegierte Lebensversicherungen aufgemacht waren, in Wirklichkeit aber verschleierte Vermögensverwaltungsverträge darstellten. Bei der Bank, bei der die Depots zu den fraglichen Lebensversicherungsverträgen geführt und verwaltet worden sind, hat es daher nach § 103 StPO (Durchsuchung bei einem Zeugen) Durchsuchungen gegeben.

GefängnisfensterDiese Pressemitteilung dürfte wieder einmal die Anzahl der Selbstanzeigen in die Höhe schnellen lassen. Steuerhinterziehung ist eben kein „Kavaliersdelikt“, das „Jeder mal macht“. Nach § 370 AO ist für Steuerhinterziehung eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und bei besonders schweren Fällen bis zu 10 Jahren vorgesehen. Doch bei wem auch immer sich das schlechte Gewissen meldet, sollte die Entscheidung über eine Selbstanzeige nicht alleine treffen – und schon gar nicht ohne professionelle Hilfe abgeben. Denn hierbei ist dermaßen Viel zu beachten, dass ein kompetenter Rechtsanwalt bzw. Steuerberater durchaus sinnvoll ist. Unabhängig davon, ob man im Internet über eine Suche etwa zu Selbstanzeige, Strafrecht München , oder über Mundpropaganda im hohen Norden einen guten Anwalt sucht, Kompetenz und Spezialisierung auf das Steuerstrafrecht sind mögliche Auswahlkriterien.

Was jeder Steuersünder bedenken sollte, ist, dass die Selbstanzeige allumfassend sein muss. Teilgeständnisse reichen nicht aus. Nach § 371 AO darf die Tat weder entdeckt noch bereits eine Außenprüfung angesetzt worden sein. Nur dann kann man in den Genuss der Straffreiheit gelangen. Und natürlich muss die hinterzogene Steuer auch bezahlt werden für eine Straffreiheit.

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