Straf­zu­mes­sung – und die zu erwar­ten­de Wir­kung der Stra­fe

Das Tat­ge­richt hat grund­sätz­lich das gesam­te Gewicht der ver­häng­ten Stra­fe und ihre Fol­gen in sei­ne Ent­schei­dung ein­zu­stel­len 1.

Straf­zu­mes­sung – und die zu erwar­ten­de Wir­kung der Stra­fe

Das Gericht muss daher mit Rück­sicht auf die Wir­kun­gen der Stra­fe, die für das künf­ti­ge Leben der Ange­klag­ten zu erwar­ten sind (§ 46 Abs. 1 Satz 2 StGB), das mit der Ver­ur­tei­lung der Ange­klag­ten ver­bun­de­ne Gesamt­straf­ü­bel aus­drück­lich erör­tern.

Einen Nach­teil, der sich für eine Ange­klag­te dadurch ergibt, dass die Bil­dung meh­re­rer Stra­fen zu einem zu hohen Gesamt­straf­ü­bel führt, muss das Tat­ge­richt gege­be­nen­falls aus­glei­chen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2016 – 1 StR 347/​16

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 09.08.2011 – 4 StR 367/​11, StV 2012, 15; vom 10.11.2010 – 5 StR 456/​10, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Anwen­dungs­pflicht 6; vom 27.01.2010 – 5 StR 432/​09, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Här­teaus­gleich 19; und vom 09.11.1995 – 4 StR 650/​95, BGHSt 41, 310, 314; Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 5. Aufl., Rn. 1245[]