Wahl­licht­bild­vor­la­ge – und das Wie­der­erken­nen in der Haupt­ver­hand­lung

Bei dem Wie­der­erken­nen des Ange­klag­ten durch die in der Haupt­ver­hand­lung ver­nom­me­nen Zeu­gen kann es sich vor dem Hin­ter­grund der Ein­zel- bzw. Wahl­licht­bild­vor­la­gen im Ermitt­lungs­ver­fah­ren um ein wie­der­hol­tes Wie­der­erken­nen han­deln, des­sen Ver­läss­lich­keit wegen der Beein­flus­sung durch die Situa­ti­on des ers­ten Wie­der­erken­nens und der durch die­se beding­ten Über­la­ge­rung des ursprüng­li­chen Erin­ne­rungs­bil­des deut­lich ver­min­dert sein konn­te 1.

Wahl­licht­bild­vor­la­ge – und das Wie­der­erken­nen in der Haupt­ver­hand­lung

Das Gericht muss daher in sei­ne Bewer­tung, die nach den Urteils­grün­den auf einer Gesamt­schau der Wie­der­erken­nungs­leis­tun­gen beruht, ein­stel­len, dass sich die Zeu­gen unbe­wusst an der Ein­zel- bzw. Wahl­licht­bild­vor­la­ge im Ermitt­lungs­ver­fah­ren ori­en­tiert haben könn­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. März 2016 – 4 StR 102/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 25.09.2012 – 5 StR 372/​12, NStZ-RR 2012, 381 mwN[]