Zu früh gepetzt…

§ 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB, § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG regeln zwar nicht aus­drück­lich den Beginn ihres Anwen­dungs­be­reichs.

Zu früh gepetzt…

Da sie aber an das aktu­el­le Straf­ver­fah­ren gegen den Offen­ba­ren­den anknüp­fen, stellt des­sen Beginn den erst­mög­li­chen Zeit­punkt dar, in dem die­ser den Vor­teil einer Straf­mil­de­rung erlan­gen kann [1].

Dies ist dann der Fall, wenn gegen den Offen­ba­ren­den erst­mals als Beschul­dig­ten ermit­telt wird [2], da sich andern­falls ein Infor­mant durch Hin­wei­se an die Ermitt­lungs­be­hör­den eine Art „Bonus­heft“ anle­gen könn­te. Das gilt umso mehr, wenn der Ange­klag­te sei­ne eige­nen Taten zu spä­te­ren Zeit­punk­ten began­gen hat und des­halb noch nicht „Täter“ im Sin­ne des § 46b Abs. 1 Satz 1 StGB war.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Febru­ar 2015 – 5 StR 18/​15

  1. Schönke/​Schröder/​Kinzig, StGB, 29. Aufl., § 46b Rn.19; Münch-Komm-Mai­er, 2. Aufl., 2012, § 46b StGB Rn. 43; Fischer, StGB, 62. Aufl.2015, § 46b Rn. 23; vgl. BGH, Beschluss vom 11.02.2015 – 5 StR 597/​14[]
  2. BGH, Urteil vom 30.12 2014 – 2 StR 439/​13[]