Zweit­gut­ach­ten oder die eige­ne Sach­kun­de des Gerichts?

Wenn der Tatrich­ter einen Beweis­an­trag auf Ein­ho­lung eines wei­te­ren Sach­ver-stän­di­gen­gut­ach­tens (§ 244 Abs. 4 Satz 2 StPO), der auf sub­stan­ti­iert dar­ge­leg-te metho­di­sche Män­gel des (vor­be­rei­ten­den) Erst­gut­ach­tens gestützt ist, allein mit der Begrün­dung zurück­weist, er ver­fü­ge selbst über die erfor­der­li­che Sach-kun­de (§ 244 Abs. 4 Satz 1 StPO), darf er sich in den Urteils­grün­den hier­zu nicht dadurch in Wider­spruch set­zen, dass er sei­ner Ent­schei­dung das Erst­gut-ach­ten ohne Erör­te­rung der gel­tend gemach­ten Män­gel zugrun­de legt.

Zweit­gut­ach­ten oder die eige­ne Sach­kun­de des Gerichts?

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Janu­ar 2010 – 2 StR 535/​09