Aus­kunft­pflicht über Alt­pa­pier­samm­lung

Im Wege der Kom­mu­nal­auf­sicht ist ein Land­rat berech­tigt, die Vor­la­ge von Unter­la­gen und Aus­künf­te dar­über zu ver­lan­gen, ob eine pri­va­te GmbH die Samm­lung von Alt­pa­pier im Auf­trag der Stadt oder als gewerb­li­che Samm­le­rin durch­führt und wohin der Gewinn dar­aus geflos­sen ist.

Aus­kunft­pflicht über Alt­pa­pier­samm­lung

So die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Kla­ge der Stadt Neuss gegen die kom­mu­nal­auf­sicht­li­che Ver­fü­gung des Land­rats des Rhein-Krei­ses Neuss. Mit der Ver­fü­gung war der Stadt u.a. auf­ge­ge­ben wor­den, Aus­kunft dar­über zu ertei­len, ob die Abfall- und Wert­stoff­lo­gis­tik Neuss GmbH (AWL) bei der Samm­lung des Alt­pa­piers im Stadt­ge­biet Neuss im Auf­trag der Stadt oder als gewerb­li­che Samm­le­rin hand­le und fer­ner, wohin die Erlö­se aus dem Ver­kauf des Alt­pa­piers geflos­sen sei­en.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf war der Land­rat berech­tigt, im Wege der Kom­mu­nal­auf­sicht die Vor­la­ge der Unter­la­gen und Aus­künf­te zu ver­lan­gen. Eine Inter­es­sen­kol­li­si­on mit der Fol­ge, dass nicht der Land­rat, son­dern die Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf für den Erlass einer ent­spre­chen­den Anord­nung zustän­dig gewe­sen wäre, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt ver­neint. Allein durch die Anfor­de­rung der Infor­ma­tio­nen wür­den recht­li­che Inter­es­sen des Krei­ses nicht berührt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt war zudem der Ansicht, dass der Land­rat auch nach Inkraft­tre­ten des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes zum 1. Juni 2012 und der dar­in nor­mier­ten Anzei­ge­pflicht für gewerb­li­che Samm­lun­gen wei­ter­hin ein Inter­es­se an den ange­for­der­ten Infor­ma­tio­nen habe. In die­sem Zusam­men­hang sei ins­be­son­de­re von Bedeu­tung, dass die Infor­ma­tio­nen glei­cher­ma­ßen der Fest­stel­lung die­nen soll­ten, ob die Stadt Neuss in der Ver­gan­gen­heit bei der Abfall­ge­büh­ren­kal­ku­la­ti­on gegen gesetz­li­che Vor­schrif­ten ver­sto­ßen habe.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 10. August 2012 – 1 K 3229/​11