Der fal­sche Dr. im Per­so­nal­aus­weis

Ein in Deutsch­land nicht aner­kann­ter Dok­tor­ti­tel kann bei einem Deut­schen zum Ein­zie­hen des Rei­se­pas­ses und Per­so­nal­aus­wei­ses füh­ren, wenn dort der – in Deutsch­land nicht führ­ba­re – Dok­tor­ti­tel ein­ge­tra­gen ist.

Der fal­sche Dr. im Per­so­nal­aus­weis

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Rechts­streit wehr­te sich ein deut­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger gegen eine Ord­nungs­ver­fü­gung des Bür­ger­meis­ters der Stadt Ratin­gen, mit der dem Klä­ger Rei­se­pass und Per­so­nal­aus­weis mit der Begrün­dung ent­zo­gen wor­den waren, er füh­re einen von der "Frei­en Uni­ver­si­tät Teu­fen" im schwei­ze­ri­schen Kan­ton Appen­zell-Aus­ser­rho­den ver­lie­he­nen Dok­tor­ti­tel, der in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nicht aner­kannt sei.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf gab der Stadt Ratin­gen Recht und wies die Kla­ge ab: Die ein­ge­zo­ge­nen Aus­weis­do­ku­men­te sei­ne ungül­tig, so die Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­rich­ter, da der Klä­ger den in den Aus­weis­do­ku­men­ten ein­ge­tra­ge­nen Dok­tor­ti­tel zu Unrecht füh­re. Die Freie Uni­ver­si­tät Teu­fen sei in der Schweiz (Artt. 2, 12 des Schwei­zer Uni­ver­si­täts­för­de­rungs­ge­set­zes) nicht staat­lich aner­kannt. Nach dem deut­schen Hoch­schul­recht sei die staat­li­che Aner­ken­nung der Bil­dungs­ein­rich­tung, die einen aka­de­mi­schen Grad ver­lie­hen habe, für das Füh­ren des Titels zwin­gen­de Vor­aus­set­zung. Auch das zwi­schen Deutsch­land und der Schweiz bestehen­de Äqui­va­lenz­ab­kom­men grei­fe nicht, da hier­nach zur Füh­rung schwei­zer aka­de­mi­scher Gra­de in Deutsch­land sowohl die erlang­ten Abschlüs­se als auch die Hoch­schu­len selbst in der Schweiz voll aner­kannt sein müs­sen. Dar­an feh­le es im vor­lie­gen­den Fal­le.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 5. Novem­ber 2009 – 24 K 3930/​08