Der Ver­kehrs­krei­sel – und die Kos­ten­be­tei­li­gung des Lan­des

Hat eine Gemein­de mit dem Land in Bezug auf die äuße­re Erschlie­ßung eines Plan­ge­bie­tes eines Bebau­ungs­plans eine Ver­ein­ba­rung über die Kos­ten­tra­gung geschlos­sen, muss das Land der bean­trag­ten Ver­trags­an­pas­sung nicht zustim­men, wenn sich der Ver­trags­ge­gen­stand, auf den sich die Abre­de bezieht, weg­ge­fal­len ist.

Der Ver­kehrs­krei­sel – und die Kos­ten­be­tei­li­gung des Lan­des

Die Ver­pflich­tung des Lan­des zur antei­li­gen Über­nah­me der Kos­ten für die Errich­tung eines Krei­sels gemäß den stra­ßen­recht­li­chen Vor­schrif­ten setzt vor­aus, dass die Stra­ßen dem Gemein­ge­brauch gewid­met sind.

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge der Gemein­de Dörth abge­wie­sen, die damit eine Betei­li­gung des Lan­des Rhein­land-Pfalz an der Finan­zie­rung eines Ver­kehrs­krei­sels begehrt hat. Im Jahr 2010 erließ die Orts­ge­mein­de Dörth den Bebau­ungs­plan "Gewer­be­ge­biet Buden­bach". Die Pla­nung sah vor, einen neu­en Krei­sel im Bereich der Lan­des­stra­ße L 206 /​Auto­bahn­meis­te­rei anzu­le­gen, in den eine durch die­ses Gebiet ver­lau­fen­de Stra­ße mün­den soll­te. Eben­falls im Jahr 2010 schloss die Orts­ge­mein­de mit dem Lan­des­be­trieb Mobi­li­tät zur Umset­zung des Plans eine Ver­ein­ba­rung, wonach die Kom­mu­ne ent­spre­chend den Vor­ga­ben des Lan­des­stra­ßen­rechts die Kos­ten des Krei­sels zu tra­gen hat. In der Fol­ge­zeit änder­te die Orts­ge­mein­de im Zuge der Ansied­lung von Betriebs­stät­ten eines Unter­neh­mens ihren Bebau­ungs­plan. Nun­mehr ist vor­ge­se­hen, eine im Osten gele­ge­ne Flä­che des Plan­ge­biets als Indus­trie­ge­biet aus­zu­wei­sen. Die­ses Indus­trie­ge­biet soll durch eine weni­ge Meter lan­ge, in den Krei­sel füh­ren­de Ver­kehrs­flä­che ange­bun­den wer­den. Bereits vor Inkraft­tre­ten die­ser Ände­rung nahm das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz 1 zur Kos­ten­ver­tei­lung zwi­schen einer Kom­mu­ne und dem Land Rhein­land-Pfalz bei der Anle­gung eines Kreis­ver­kehrs­plat­zes Stel­lung. Dar­auf­hin mach­te die Orts­ge­mein­de gel­tend, nach der Ver­ein­ba­rung soll­te sich die Kos­ten­tra­gung nach dem gel­ten­den Stra­ßen­recht aus­rich­ten. Unter Zugrun­de­le­gung der ober­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung erge­be sich aus den ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten, dass die Kos­ten für den Krei­sel zwi­schen dem Land Rhein­land-Pfalz als Trä­ger der Bau­last für die L 206 und der Orts­ge­mein­de im Ver­hält­nis der Fahr­bahn­brei­ten der an der Kreu­zung betei­lig­ten Stra­ßen­äs­te zu tei­len sei. Da der Lan­des­be­trieb Mobi­li­tät dies ablehn­te, erhob die Orts­ge­mein­de Kla­ge, um eine Anpas­sung der Kos­ten­re­ge­lung des Ver­trags zu errei­chen, und wies in die­sem Zusam­men­hang dar­auf hin, dass der Anteil des Lan­des unge­fähr 258.000,00 Euro aus­ma­che. Hilfs­wei­se bean­trag­te sie fest­zu­stel­len, dass das Land zur Über­nah­me eines Teils der Kos­ten für den neu­an­ge­leg­ten Krei­sel ver­pflich­tet sei.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz bezie­he sich die Ver­ein­ba­rung auf die äuße­re Erschlie­ßung des Plan­ge­bie­tes des Bebau­ungs­plans "Gewer­be­ge­biet Buden­bach" in der ursprüng­lich geplan­ten Art und Wei­se. Die­ser Plan habe die Anbin­dung einer durch das Gewer­be­ge­biet füh­ren­den kom­mu­na­len Erschlie­ßungs­stra­ße an das über­ört­li­che Stra­ßen­ver­kehrs­netz vor­ge­se­hen. Im Zuge der Ansied­lung eines Indus­trie­be­triebs sei die Pla­nung geän­dert wor­den. In einer sol­chen Situa­ti­on mache es kei­nen Sinn, die Rege­lung über die Kos­ten­ver­tei­lung anzu­pas­sen, da der Ver­trags­ge­gen­stand, auf den sich die Abre­de bezie­he, weg­ge­fal­len sei.

Ange­sichts des­sen kön­ne die bean­trag­te Anpas­sung der Kos­ten­re­ge­lung eine ver­trag­li­che Ver­pflich­tung des Lan­des, einen Teil der Kos­ten für die Her­stel­lung des Krei­sels zu über­neh­men, nicht begrün­den und gin­ge somit ins Lee­re. Das Land müs­se der bean­trag­ten Ver­trags­an­pas­sung nicht zustim­men.

Auch der Fest­stel­lungs­an­trag grei­fe nicht durch. Die Ver­pflich­tung des Lan­des zur Über­nah­me der Kos­ten für die Errich­tung des Krei­sels im Ver­hält­nis der Fahr­bahn­brei­ten der an der Kreu­zung betei­lig­ten Stra­ßen­äs­te gemäß den stra­ßen­recht­li­chen Vor­schrif­ten set­ze vor­aus, dass die Stra­ßen dem Gemein­ge­brauch gewid­met sei­en. Dies sei hin­sicht­lich der im geän­der­ten Bebau­ungs­plan fest­ge­setz­ten und nur weni­ge Meter lan­gen Ver­kehrs­flä­che, die in den Krei­sel mün­de, nicht der Fall. Eine sol­che Wid­mung sei der­zeit auch nicht abseh­bar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 12. Juni 2014 – 1 K 1218/​13.KO

  1. OVG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 11.12.2012 – 6 A 10870/​12.OVG[]