Der Was­ser­wer­fer als pri­va­tes Fahr­zeug

Ist die vom Stra­ßen­ver­kehrs­amt ver­füg­te Rück­nah­me einer Zulas­sung zum Stra­ßen­ver­kehr für einen alten Poli­zei-Was­ser­wer­fer auf­grund eines Ver­fah­rens­feh­lers rechts­wid­rig, darf der Was­ser­wer­fer vor­läu­fig wei­ter­hin am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men, auch wenn die Zulas­sung nicht hät­te erge­hen dür­fen, weil nach der StVZO Poli­zei­fahr­zeu­ge wie ein Was­ser­wer­fer ohne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nicht auf Pri­va­te zuge­las­sen wer­den dür­fen.

Der Was­ser­wer­fer als pri­va­tes Fahr­zeug

Mit die­ser Begrün­dung das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines pri­va­ten Ver­eins, der einen Antrag gegen die Rück­nah­me der Zulas­sung zum Stra­ßen­ver­kehr für ihren Was­ser­wer­fer gestellt hat. Der aus­ran­gier­te Was­ser­wer­fer wur­de 2010 auf Antrag eines von Ham­bur­gern in Aachen gegrün­de­ten Ver­eins vom Stra­ßen­ver­kehrs­amt der Städ­te­re­gi­on zum Stra­ßen­ver­kehr zuge­las­sen. Der Was­ser­wer­fer erhielt das erwünsch­te Kenn­zei­chen AC-AB 1910. Der Ver­such des der lin­ken Sze­ne zuge­hö­ren­den Ver­eins, den Was­ser­wer­fer bei einer Demons­tra­ti­on in Aachen nach einem Spiel der Ale­man­nia gegen St. Pau­li im Febru­ar 2012 ein­zu­set­zen, wur­de von der Poli­zei unter­bun­den. Nach Hin­wei­sen der Poli­zei ver­füg­te das Stra­ßen­ver­kehrs­amt die Rück­nah­me der Zulas­sung. Hier­ge­gen rich­tet sich der Antrag des Ver­eins.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Aachen hät­te die Zulas­sung sei­ner­zeit zwar nicht erge­hen dür­fen, weil nach der StVZO Poli­zei­fahr­zeu­ge wie ein Was­ser­wer­fer ohne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nicht auf Pri­va­te zuge­las­sen wer­den dür­fen. Die vom Stra­ßen­ver­kehrs­amt ver­füg­te Rück­nah­me der Zulas­sung sei jedoch auf­grund eines Ver­fah­rens­feh­lers rechts­wid­rig. Da der Was­ser­wer­fer auch kei­ne tech­ni­schen Män­gel auf­wei­se, spre­che nichts gegen eine vor­läu­fi­ge Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr.

Hier­auf hat nun das Stra­ßen­ver­kehrs­amt reagiert, eine Ergän­zung des ange­grif­fe­nen Rück­nah­me­be­schei­des vor­ge­nom­men und zudem einen Ände­rungs­an­trag bei Gericht gestellt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 2. Okto­ber 2012 – 2 L 426/​12