Die ent­lau­fe­nen Rin­der

Die Kos­ten für den Ein­satz von Poli­zei­be­am­ten, die ent­lau­fe­ne Rin­der auf eine Wei­de zurück­ge­trie­ben haben, hat der Land­wirt zu tra­gen, dem die Rin­der gehö­ren.

Die ent­lau­fe­nen Rin­der

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Land­wirts abge­wie­sen, der den Bescheid der Poli­zei­di­rek­ti­on Han­no­ver ange­grif­fen hat, weil es angeb­lich nicht sei­ne Rin­der gewe­sen sei­en. Die Poli­zei­be­am­ten haben am 13. Okto­ber 2009 ent­lau­fe­ne Rin­der auf eine Wei­de zurück­ge­trie­ben. Die Kos­ten für die­sen Ein­satz sind dem Land­wirt in Rech­nung gestellt wor­den. Der Klä­ger behaup­tet, es wären nicht sei­ne ent­lau­fe­nen Rin­der gewe­sen.

In der vor Ort durch­ge­führ­ten Ver­hand­lung ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver zu der Über­zeu­gung gelangt, dass es sehr wohl Rin­der von der Wei­de des Klä­gers waren, die ent­lau­fen und von den Poli­zei­be­am­ten auf die Wei­de zurück­ge­trie­ben wur­den. Daher sei der Klä­ger poli­zei­recht­lich ver­ant­wort­lich. Maß­geb­lich für die­se Über­zeu­gung waren die Aus­sa­ge des Ein­satz­lei­ters der Poli­zei, wonach die Rin­der (bis auf eines) durch ein Loch im Zaun wie­der auf die Wei­de des Klä­gers zurück­ge­gan­gen sei­en, und die Aus­sa­ge der Schwes­ter eines ande­ren Land­wir­tes, des­sen Kühe vor dem besag­ten Vor­fall mehr­mals ent­lau­fen und ein­mal auch in der Nähe ange­trof­fen wor­den waren. Sie war am frag­li­chen Abend zu dem Zeit­punkt, als eines der Rin­der noch nicht wie­der zurück­ge­trie­ben wer­den konn­te, vor Ort und hat nach Auf­fas­sung des Gerichts glaub­haft bekun­det, dass es kein Rind ihres Bru­ders gewe­sen sei. Des­sen Rin­der ken­ne sie genau, weil sie sich täg­lich dar­um küm­me­re. Außer­dem habe besag­tes Rind, bevor es in Panik davon­ge­lau­fen und ver­schwun­den sei, ver­sucht, wie­der zu sei­ner Her­de, also zu den Rin­dern auf der Wei­de des Klä­gers, zu gelan­gen. Sie habe anschlie­ßend nach der eige­nen Her­de gese­hen und fest­ge­stellt, dass die­se voll­stän­dig gewe­sen sei. Das Gericht sah kei­ne Anhalts­punk­te für die Behaup­tung des Klä­gers, es könn­ten auch Rin­der eines drit­ten Land­wirts gewe­sen sei­en.

Die beklag­te Poli­zei­di­rek­ti­on hat in der münd­li­chen Ver­hand­lung den Bescheid von 345 Euro auf 230 Euro ermä­ßigt, weil statt der ursprüng­lich in Rech­nung gestell­ten Kos­ten für den Ein­satz von drei Strei­fen­wa­gen der Ein­satz von ledig­lich zwei Strei­fen­wa­gen aus­rei­chend gewe­sen sei. Die Kos­ten des Ver­fah­rens tra­gen daher der Klä­ger zu zwei Drit­teln und die Poli­zei­di­rek­ti­on zu einem Drit­tel.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 5. Okto­ber 2013 – 10 A 825/​11