Die Unver­ein­bar­keit von Amt und Man­dat

Ein Man­dat im Orts­ge­mein­de­rat und im Ver­bands­ge­mein­de­rat darf nicht neben der haupt­amt­li­chen Tätig­keit als Grund­schul­be­treue­rin bei der Ver­bands­ge­mein­de wahr­ge­nom­men wer­den.

Die Unver­ein­bar­keit von Amt und Man­dat

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer sowohl in den Gemein­de­rat ihrer Orts­ge­mein­de als auch in den Ver­bands­ge­mein­de­rat gewähl­ten Grund­schul­be­treue­rin, die bei der Ver­bands­ge­mein­de beschäf­tigt ist. Die Antrag­stel­le­rin ist seit 2004 als Ange­stell­te der Ver­bands­ge­mein­de Ram­stein-Mie­sen­bach in der Grund­schul­be­treu­ung tätig. Ihre Auf­ga­be ist die Betreu­ung von Grund­schul­kin­dern vor und nach dem regu­lä­ren Schul­un­ter­richt. Am 25. Mai 2014 wur­de sie sowohl in den Gemein­de­rat ihrer Orts­ge­mein­de als auch in den Ver­bands­ge­mein­de­rat der Ver­bands­ge­mein­de Ram­stein-Mie­sen­bach gewählt. Mit Schrei­ben vom 20. Juni 2014 schloss der Bür­ger­meis­ter der Ver­bands­ge­mein­de die Antrag­stel­le­rin von der Wahr­neh­mung des Man­dats für bei­de Räte aus, da sie nach dem Kom­mu­nal­wahl­ge­setz als Beschäf­tig­te der Ver­bands­ge­mein­de nicht zugleich ihre kom­mu­na­len Man­da­te aus­üben kön­ne. Die Antrag­stel­le­rin hat dage­gen um gericht­li­chen Eil­rechts­schutz nach­ge­sucht und vor­ge­tra­gen, ihre Tätig­keit schlie­ße jed­we­de Inter­es­sen­kol­li­si­on mit den Auf­ga­ben eines Rats­mit­glie­des in der Ver­bands- und Orts­ge­mein­de aus, da sie bei ihrer Tätig­keit in der Schu­le allein den Wei­sun­gen des Schul­lei­ters unter­lie­ge. Nach­dem das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt 1 den Eil­an­trag abge­lehnt hat­te, ver­folgt die Antrag­stel­le­rin ihr Ziel wei­ter vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt.

Sei­ne Ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz damit begrün­det, dass – in Über­ein­stim­mung mit dem Grund­ge­setz – das Kom­mu­nal­wahl­ge­setz von einer Unver­ein­bar­keit von Amt und Man­dat aus­ge­he, wenn ein Beam­ter oder Beschäf­tig­ter (soweit er nicht über­wie­gend kör­per­li­che Arbeit ver­rich­te) der Ver­bands­ge­mein­de zugleich zum Mit­glied im Ver­bands­ge­mein­de­rat oder im Gemein­de­rat einer Orts­ge­mein­de, wel­che der Ver­bands­ge­mein­de ange­hö­re, gewählt wor­den sei. Dies sei sach­lich gerecht­fer­tigt, weil bei Mit­glie­dern des Rates, die dane­ben haupt­amt­lich im Diens­te der ent­spre­chen­den Gemein­de stün­den, Inter­es­sen­kon­flik­te bei der Man­dats­wahr­neh­mung, ins­be­son­de­re bei der Kon­trol­le der Ver­wal­tung nicht aus­ge­schlos­sen sei­en. Dabei kom­me es nicht auf die kon­kre­te Ent­schei­dungs­be­fug­nis des Beam­ten oder Beschäf­tig­ten, son­dern zur Ver­mei­dung von Abgren­zungs­pro­ble­men allein auf das Dienst­ver­hält­nis zur Gemein­de an. An einem sol­chen Dienst­ver­hält­nis zwi­schen der Antrag­stel­le­rin und der Ver­bands­ge­mein­de ände­re auch die fach­li­che Wei­sungs­be­fug­nis des Lei­ters der Grund­schu­le, an der die Antrag­stel­le­rin ein­ge­setzt wer­de, nichts. Im Übri­gen habe das Ver­wal­tungs­ge­richt zutref­fend fest­ge­stellt, dass ihre Tätig­keit nicht mit über­wie­gen­der kör­per­li­cher Arbeit ver­bun­den sei.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 13. August 2014 – 10 B 10653/​14.OVG

  1. VG Neu­stadt a.d. Wein­stra­ße, Beschluss vom 07.07.2014 – 3 L 580/​14.NW[]