Die Wid­mung als Gemein­de­stra­ße

Gemein­de­stra­ßen sind nach dem Lan­des­stra­ßen­ge­setz Stra­ßen, die über­wie­gend dem ört­li­chen Ver­kehr die­nen und als öffent­li­che Stra­ßen grund­sätz­lich jeder­mann zur Nut­zung offen ste­hen. Die Wid­mung als Gemein­de­stra­ße darf dann erfol­gen, wenn recht­lich gesi­chert ist, dass die Stra­ße von jeder­mann unter Beach­tung der stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Rege­lun­gen befah­ren wer­den darf.

Die Wid­mung als Gemein­de­stra­ße

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge von Eigen­tü­mern eines Grund­stü­ckes in einem Wochen­end­haus­ge­biet statt­ge­ge­ben, mit der sie sich gegen die Wid­mung der unmit­tel­bar an das Wochen­end­haus angren­zen­den Stra­ße als Gemein­de­stra­ße gewehrt haben. Das Grund­stück der Klä­ger liegt in einem Wochen­end­haus­ge­biet in der Ver­bands­ge­mein­de Nas­sau. Die Zu- und Abfahrt über eine in gerin­ger Ent­fer­nung ver­lau­fen­de Kreis­stra­ße ist nach dem das Wochen­end­haus­ge­biet fest­set­zen­den Bebau­ungs­plan für nicht land­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge gesperrt. Die wege­mä­ßi­ge Erschlie­ßung eines Teils der in dem Gebiet gele­ge­nen Grund­stü­cke ver­läuft daher zunächst über eine unmit­tel­bar an das Plan­ge­biet angren­zen­de Stra­ße und von dort aus – gesi­chert durch eine Bau­last – über eine in pri­va­tem Eigen­tum ste­hen­de Weg­stre­cke. 2009 beschloss der Rat der beklag­ten Orts­ge­mein­de zunächst eine Sat­zung zur Erhe­bung von wie­der­keh­ren­den Bei­trä­gen für den Aus­bau von Ver­kehrs­an­la­gen und im April 2012 sodann die Wid­mung der unmit­tel­bar an das Wochen­end­haus angren­zen­den Stra­ße als Gemein­de­stra­ße. Hier­ge­gen erho­ben die Klä­ger nach erfolg­lo­sem Wider­spruch Kla­ge, mit der sie u. a. gel­tend mach­ten, dass die Stra­ße bereits des­halb nicht als Gemein­de­stra­ße gewid­met wer­den dür­fe, weil ihre Benut­zung nur unter Über­que­rung pri­va­ter Grund­stü­cke mög­lich sei.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz sei­en Gemein­de­stra­ßen nach dem Lan­des­stra­ßen­ge­setz Stra­ßen, die über­wie­gend dem ört­li­chen Ver­kehr dien­ten und als öffent­li­che Stra­ßen grund­sätz­lich jeder­mann zur Nut­zung offen stün­den. Dies sei nur dann der Fall, wenn recht­lich gesi­chert sei, dass die Stra­ße – im Rah­men des Gemein­ge­brauchs und falls nicht aus­nahms­wei­se eine Beschrän­kung auf bestimm­te Benut­zungs­ar­ten oder Benut­zer­krei­se fest­ge­legt wor­den sei – von jeder­mann unter Beach­tung der stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Rege­lun­gen befah­ren wer­den dür­fe. Dar­an feh­le es hier aber, weil die – feh­ler­haft – gewid­me­te Stra­ße nicht über eine öffent­li­che Stra­ße erreicht wer­den kön­ne; dies sei nach dem ein­deu­ti­gem Wort­laut der zugrun­de lie­gen­den Bau­last nur den Eigen­tü­mern bestimm­ter in dem Wochen­end­haus­ge­biet gele­ge­ner Grund­stü­cke gestat­tet.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 13. Juni 2013 – 1 K 38/​13.KO