Dres­den und die Kur­tax­sat­zung

Da Dres­den kei­ne den Kur- und Erho­lungs­or­ten ver­gleich­ba­re Frem­den­ver­kehrs­ge­mein­de im Sin­ne des Säch­si­schen Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­zes (Sächs­KAG) ist, darf die Stadt kei­ne Kur­ta­xe erhe­ben.

Dres­den und die Kur­tax­sat­zung

So hat das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kur­tax­sat­zung der Lan­des­haupt­stadt Dres­den für unwirk­sam erklärt. Am 21. Novem­ber 2013 hat­te die Stadt eine Kur­tax­sat­zung beschlos­sen. Sie ist am 1. Febru­ar 2014 in Kraft getre­ten. Die Kur­ta­xe soll nach deren § 1 der teil­wei­sen Deckung des Auf­wands für die Her­stel­lung, Anschaf­fung, Erwei­te­rung und Unter­hal­tung von ins­ge­samt elf Ein­rich­tun­gen die­nen, die von der Stadt selbst betrie­ben wer­den oder an denen sie finan­zi­ell betei­ligt ist. Die Sat­zung sieht vor, die Kur­ta­xe von den­je­ni­gen Über­nach­tungs­gäs­ten zu erhe­ben, die die Mög­lich­keit haben, die­se Ein­rich­tun­gen in Anspruch zu neh­men. Sie beträgt 1,30 Euro pro Über­nach­tung und Per­son. Dres­den ist die ers­te Groß­stadt in Deutsch­land, die eine Kur­ta­xe erhebt. Der Inha­ber eines in Dres­den gele­ge­nen Beher­ber­gungs­be­triebs klag­te dage­gen. Er wand­te gegen die Kur­tax­sat­zung u. a. ein, Dres­den sei kei­ne sons­ti­ge Frem­den­ver­kehrs­ge­mein­de im Sin­ne des § 34 Abs. 1 Sächs­KAG. Nach­dem das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt dies im Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes 1 noch offen gelas­sen hat­te, war die Kur­tax­sat­zung am 1. Febru­ar 2014 zunächst in Kraft getre­ten.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt aus­ge­führt, dass von einer sons­ti­gen Frem­den­ver­kehrs­ge­mein­de im Sin­ne des § 34 Abs. 1 Sächs­KAG nur aus­zu­ge­hen ist, wenn die Gemein­de ver­gleich­bar den staat­lich aner­kann­ten Kur- und Erho­lungs­or­ten über­wie­gend vom Frem­den­ver­kehr geprägt ist. Denn nach Sinn und Zweck des Geset­zes sol­len Kur- und Erho­lungs­or­te eben­so wie sons­ti­ge Frem­den­ver­kehrs­ge­mein­den eine Kur­ta­xe des­halb erhe­ben kön­nen, weil sie in der Regel ihre viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben nicht allein aus all­ge­mei­nen Steu­er­mit­teln finan­zie­ren kön­nen. Dres­den ist zwar auch vom Frem­den­ver­kehr mit­ge­prägt, jedoch wird vor allem die Wirt­schafts­kraft Dres­dens von ande­ren Fak­to­ren erheb­lich stär­ker als vom Frem­den­ver­kehr bestimmt. Der Orts­cha­rak­ter der Lan­des­haupt­stadt Dres­den ent­spricht des­halb nicht dem von Kur- und Erho­lungs­or­ten, die typi­scher­wei­se zur Finan­zie­rung ihrer viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben im Bereich des Frem­den­ver­kehrs auf eine Kur­ta­xe ange­wie­sen sind.

Säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 9. Okto­ber 2014 – 5 C 1/​14

  1. Sächs. OVG, Beschluss vom 28.01.2014 – 5 B 5/​14[]