Ein Tisch­ler, der Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten stu­die­ren will

Die Zulas­sung zum Uni­ver­si­täts­stu­di­um kann für eine Per­son ohne Abitur nur erteilt wer­den, wenn sie eine beruf­li­che Aus­bil­dung mit qua­li­fi­zier­tem Ergeb­nis abge­schlos­sen und danach eine min­des­tens zwei­jäh­ri­ge beruf­li­che oder ver­gleich­ba­re Tätig­keit aus­ge­übt hat. Dabei muss ein inhalt­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen der absol­vier­ten Berufs­aus­bil­dung und dem gewähl­ten Stu­di­en­gang bestehen.

Ein Tisch­ler, der Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten stu­die­ren will

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines aus­ge­bil­de­tenTisch­lers abge­wie­sen, der an der Uni­ver­si­tät Trier Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten stu­die­ren woll­te. Der Vater zwei­er Kin­der befin­det sich Voll­zeit in Erzie­hungs­zeit und begrün­de­te sein Begeh­ren damit, dass sei­ne in der Erzie­hungs­zeit erwor­be­nen Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten Berück­sich­ti­gung fin­den müss­ten; sie stell­ten den erfor­der­li­chen inhalt­li­chen Zusam­men­hang zum gewähl­ten Stu­di­en­gang her. Nach­dem der Antrag auf Zulas­sung zum Bache­lor­stu­di­en­gang Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten bei der Uni­ver­si­tät Trier erfolg­los geblie­ben ist, hat der Tisch­ler Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier kom­me es nach den ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten dar­auf an, ob ein inhalt­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen der absol­vier­ten Berufs­aus­bil­dung und dem gewähl­ten Stu­di­en­gang bestehe. Ein sol­cher Zusam­men­hang bestehe zwi­schen der Aus­bil­dung zum Tisch­ler und dem gewähl­ten Stu­di­en­gang Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten jedoch nicht.

Zwar sähen die gesetz­li­chen Vor­schrif­ten auch Aus­nah­me­fäl­le vor, wonach u.a. die in der Erzie­hungs­zeit erwor­be­nen Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten gene­rell für die Fra­ge des Vor­lie­gens des inhalt­li­chen Zusam­men­hangs Berück­sich­ti­gung fin­den könn­ten; ein sol­cher Aus­nah­me­fall lie­ge aber nur dann vor, wenn zwei­fel­haft sei, ob die Berufs­aus­bil­dung einen inhalt­li­chen Zusam­men­hang zum gewähl­ten Stu­di­en­gang habe. Um einen sol­chen Zwei­fels­fall gehe es vor­lie­gend aber nicht, weil die Berufs­aus­bil­dung zum Tisch­ler ersicht­lich kei­ner­lei inhalt­li­chen Zusam­men­hang zum vom Klä­ger gewähl­ten Stu­di­en­gang auf­wei­se.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 30. Okto­ber 2013 – 5 K 692/​13.TR