Ent­las­sung wegen Abwen­dung von der demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung

Die Ent­las­sung eines Sol­da­ten auf Zeit aus der Bun­des­wehr ist nach einem vom Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den ent­schie­de­nen Fall recht­mä­ßig erfolgt.

Ent­las­sung wegen Abwen­dung von der demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung

Die Bun­des­wehr hat­te den 28-jäh­ri­gen Klä­ger, der zum mus­li­mi­schen Glau­ben kon­ver­tiert war, mit der Begrün­dung ent­las­sen, er wei­se nicht die erfor­der­li­che cha­rak­ter­li­che Eig­nung auf, da er die frei­heit­lich demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung des Grund­ge­set­zes nicht aner­ken­ne und nicht für sie ein­tre­te. Der Klä­ger hat­te dage­gen ein­ge­wandt, er habe immer erklärt, dass er die Bun­des­re­pu­blik mit sei­nem Leben ver­tei­di­gen wer­de. Er habe die Scha­ria zwar als die bes­se­re Staats­form bezeich­net, dies aber nicht pro­pa­giert.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den folg­te die­ser Argu­men­ta­ti­on des Klä­gers nicht.Im Wesent­li­chen wur­de die Kla­ge­ab­wei­sung damit begrün­det, dass der Klä­ger sich in einem Maße von der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung abge­wandt habe, die sein Ver­blei­ben in der Bun­des­wehr unmög­lich gemacht habe. Der Klä­ger habe die grund­ge­setz­li­che Ord­nung gegen­über der Scha­ria letzt­lich als zwei­te Wahl bezeich­net. Dies kön­ne nicht als blo­ße Mei­nungs­äu­ße­rung gewer­tet wer­den, weil der Klä­ger sich die­ser Auf­fas­sung ent­spre­chend auch im Dienst­be­trieb ver­hal­ten habe. Auf­grund die­ser Umstän­de habe die beklag­te Bun­des­wehr daher kei­ne ande­re Wahl gehabt, als die Ent­las­sung aus dem Dienst zu ver­fü­gen. Etwai­ge Ver­fah­rens­feh­ler sei­en daher uner­heb­lich.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Urteil vom 4. Okto­ber 2011 – 10 K 823/​10