Erset­zung der Habi­li­ta­ti­ons­schrift durch die Dissertation

Pro­mo­ti­on gemäß § 70 HmbHG und Habi­li­ta­ti­on gemäß § 71 HmbHG ste­hen hin­sicht­lich der Zugangs­vor­aus­set­zun­gen in einem grund­sätz­li­chen Stu­fen­ver­hält­nis zuein­an­der. Die­ses Stu­fen­ver­hält­nis setzt sich bei den jewei­li­gen schrift­li­chen Leis­tun­gen fort: Die schrift­li­che Habi­li­ta­ti­ons­leis­tung wird gemäß § 71 Abs. 3 HmbHG im Regel­fall durch eine Habi­li­ta­ti­ons­schrift oder durch eine oder meh­re­re wis­sen­schaft­li­che Ver­öf­fent­li­chun­gen oder Leis­tun­gen von außer­or­dent­li­cher Bedeu­tung nachgewiesen.

Erset­zung der Habi­li­ta­ti­ons­schrift durch die Dissertation

Die Erset­zung der schrift­li­chen Habi­li­ta­ti­ons­leis­tung durch eine Dis­ser­ta­ti­on erfor­dert eine Lage, die es recht­fer­tigt, von die­sem Stu­fen­ver­hält­nis abzu­wei­chen. Eine der­ar­ti­ge Aus­nah­me­la­ge ist gege­ben, wenn ein Bewer­ber bereits wäh­rend des Pro­mo­ti­ons­vor­ha­bens den mög­li­chen Habi­li­ta­ti­ons­cha­rak­ter sei­ner Arbeit erkennt und des­we­gen vor der Ent­schei­dung steht, für wel­ches Vor­ha­ben die begon­ne­ne Bear­bei­tung „ver­braucht“ wer­den soll.

Eine nach­träg­li­che Erleich­te­rung vom Regel­er­for­der­nis einer gegen­über der Dis­ser­ta­ti­on eigen­stän­di­gen schrift­li­chen Habi­li­ta­ti­ons­leis­tung ist den Aus­nah­me­vor­schrif­ten nicht zu ent­neh­men. Eine der­ar­ti­ge Aus­le­gung gewähr­leis­tet nicht die not­wen­di­ge Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen den Regel­fall­be­wer­bern mit eigen­stän­di­ger schrift­li­cher Habi­li­ta­ti­ons­leis­tung und den Aus­nah­me­be­wer­bern mit ledig­lich einer schrift­li­chen Leis­tung. Vor­aus­set­zung ist zunächst die Beja­hung eines beson­de­ren Aus­nah­me­fal­les. Erst danach schließt sich die Prü­fung an, ob der Dis­ser­ta­ti­on Habi­li­ta­ti­ons­cha­rak­ter zukommt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 5. April 2013 – 2 K 1378/​12