Hamburger Corona-Verordnung – und der Besuch im Kinderschutzhaus

In einem Kinderschutzhaus untergebrachte Kinder dürfen trotz der Corona-Verordnung von der eigenen Mutter besucht werden.

Hamburger Corona-Verordnung – und der Besuch im Kinderschutzhaus

So hat das Verwaltungsgericht Hamburg in dem hier vorliegenden Fall entschieden und dem Eilantrag einer Mutter entsprochen. Nach der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in Hamburg vom 2. April 2020 in der Fassung vom 9. April 2020 ist auch Eltern der Besuch und das Betreten von besonderen Formen von Kinderschutzeinrichtungen untersagt. Eine Ausnahme von diesem Verbot sieht die Verordnung nicht vor. Dagegen hat sich eine Mutter mit dem Eilantrag gewehrt.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Hamburg verletzt das ausnahmslose Verbot, die eigenen Kinder in Kinderschutzeinrichtungen persönlich zu besuchen, die Eltern in ihren Grundrechten, indem es zu einem kompletten Kontaktabbruch zwischen Eltern und Kinder führt, ohne dabei etwa nach dem Alter der Kinder, der Qualität der bisherigen Eltern-Kind-Beziehung, der Häufigkeit der bisherigen Umgangskontakte oder sonstigen Aspekten zu differenzieren. Überdies hat das Verwaltungsgericht beanstandet, dass die Coronavirus-Eindämmungsverordnung zwar einen Besuch in Krankenhäusern und Einrichtungen der öffentlichen Unterbringung in Einzelfällen ermöglicht, aber keine entsprechende Ausnahmeregelung für Kinderschutzeinrichtungen vorsieht.

Verwaltungsgericht Hamburg, Beschluss vom 16. April 2020 – 11 E 1630/20

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