Islam als Reli­gi­ons­un­ter­richt

Es besteht kein Anspruch auf Ein­füh­rung isla­mi­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len in Nord­rhein-West­fa­len von Sei­ten des Zen­tral­rats der Mus­li­me in Deutsch­land e.V. und des Islam­rats für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land e.V..

Islam als Reli­gi­ons­un­ter­richt

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len die Kla­ge auf Ein­füh­rung isla­mi­schen Reli­gi­ons­un­ter­richts abge­wie­sen. Als Ersatz für den pro­vi­so­ri­schen Islam­un­ter­richt, den das Land Nord­rhein-West­fa­len 2012 als Modell­ver­such ein­ge­führt hat und der im Som­mer 2019 endet, for­dern die bei­den kla­gen­den Ver­bän­de die­se Ein­füh­rung. Von einem Reli­gi­ons­un­ter­richt im Sin­ne des Grund­ge­set­zes unter­schei­det sich die­ser Unter­richt dadurch, dass nicht eine Reli­gi­ons­ge­mein­schaft sei­ne Lehr­in­hal­te bestimmt, son­dern ein Bei­rat, der zur Hälf­te aus Ver­tre­tern besteht, die das Minis­te­ri­um für Schu­le und Bil­dung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len im Ein­ver­neh­men mit den isla­mi­schen Orga­ni­sa­tio­nen in Nord­rhein-West­fa­len bestimmt.

Die Kri­te­ri­en für die Ein­ord­nung eines auf meh­re­ren Ebe­nen orga­ni­sier­ten Dach­ver­ban­des als Teil einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft hat­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bereits 2005 vor­ge­ge­ben. Dazu gehört unter ande­rem, dass der Dach­ver­band in sei­ner Sat­zung mit Sach­au­to­ri­tät und ‑kom­pe­tenz für iden­ti­täts­stif­ten­de reli­giö­se Auf­ga­ben aus­ge­stat­tet ist und die von ihm in Anspruch genom­me­ne reli­giö­se Auto­ri­tät in der gesam­ten Gemein­schaft bis hin­un­ter zu den Moschee­ge­mein­den rea­le Gel­tung hat.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts fehlt es bei bei­den kla­gen­den Islam­ver­bän­den an die­sen Vor­aus­set­zun­gen. Dar­über hin­aus sind sie kei­ne Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten im Sin­ne des Grund­ge­set­zes.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Revi­si­on gegen das Urteil nicht zuge­las­sen. Dage­gen kön­nen die Klä­ger Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de erhe­ben.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 9. Novem­ber 2017 – 19 A 997/​02