Kein Auf­nah­me­an­spruch in die Inte­grier­te Gesamt­schu­le

In Nie­der­sach­sen besteht kein Anspruch auf Auf­nah­me in die Inte­grier­te Gesamt­schu­le. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg meh­re­re Anträ­ge auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes abge­lehnt, mit denen Schü­ler ihre Rech­te gegen die Nicht­auf­nah­me in den 5. Schul­jahr­gang zwei­er kapa­zi­täts­be­schränk­ter Inte­grier­ter Gesamt­schu­len – IGS – in Olden­burg und in Del­men­horst im Schul­jahr 2010/​2011 wah­ren woll­ten.

Kein Auf­nah­me­an­spruch in die Inte­grier­te Gesamt­schu­le

Die "Hele­ne-Lan­ge-Schu­le" in Olden­burg und die IGS Del­men­horst hat­ten Anfang Juni 2010 jeweils dif­fe­ren­zier­te Los­ver­fah­ren durch­ge­führt, bei denen ledig­lich 114 von 267 bzw. 120 von bzw. 275 Bewer­ber auf­ge­nom­men wor­den waren. Abge­lehn­te Bewer­ber ver­such­ten danach in den Eil­ver­fah­ren, ihre zusätz­li­che Auf­nah­me oder zumin­dest die Teil­nah­me an einem neu­en Aus­wahl­ver­fah­ren zu errei­chen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg lehn­te dies in allen Fäl­len ab: Der Zulas­sungs­an­spruch eines Schü­lers für eine Gesamt­schu­le fin­det sei­ne Gren­zen an der Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät der Schu­le. Die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät ori­en­tiert sich maß­geb­lich an den Vor­ga­ben des soge­nann­ten Klas­sen­bil­dungs­er­las­ses des (Nie­der­säch­si­schen) Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums. Die dort gere­gel­te Klas­sen­stär­ke basiert auf gesi­cher­ten päd­ago­gi­schen Erfah­rungs­wer­ten, bei wel­cher Klas­sen­stär­ke der schu­li­sche Bil­dungs­auf­trag noch effi­zi­ent ver­wirk­licht wer­den kann. Ent­spre­chen­des gilt für Vor­ga­ben des Minis­te­ri­ums zur gerin­ge­ren Klas­sen­stär­ke bei Inte­gra­ti­ons­klas­sen (24 statt 30 Schü­ler), von denen eine bei der IGS Olden­burg gebil­det wur­de. Der Schul­trä­ger legt maß­geb­lich mit sei­ner Ent­schei­dung über die Anzahl der Par­al­lel­klas­sen (hier jeweils Vier­zü­gig­keit) die Raum­si­tua­ti­on und damit die säch­li­che Kapa­zi­tät fest.

Die Antrag­stel­ler waren mit ihren Eil­an­trä­gen erfolg­los, weil sämt­li­che Plät­ze der nicht zu bean­stan­den­den Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät der Schu­len bereits ver­ge­ben waren. Im Übri­gen hat­ten Schul­lei­tung und Aus­wahl­aus­schuss die gesetz­li­chen Vor­ga­ben des § 59 a Abs. 1 NSchG für das dif­fe­ren­zier­te Los­ver­fah­ren ord­nungs­ge­mäß und ohne Ver­fah­rens­feh­ler umge­setzt.

Aus ent­spre­chen­den Erwä­gun­gen wur­de auch der Eil­an­trag eines Schü­lers abge­lehnt, der bei der Ver­ga­be eines frei­ge­wor­de­nen Plat­zes in der 6. Jahr­gangs­stu­fe der IGS Del­men­horst abge­lehnt wur­de, nach­dem ein Geschwis­ter­kind aus­ge­wählt wor­den war.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Beschlüs­se vom 1. Juli 2010 – 5 B 1479/​10, 5 B 1529/​10 u. a.