(K)ein Volks­be­geh­ren: Die Ver­bes­se­rung des Ber­li­ner S‑Bahn-Ver­kehrs

Ein mit einem Volks­be­geh­ren in Ber­lin beab­sich­tig­tes Volks­ge­setz, das auf jeden Fall gegen den Grund­satz der Bun­destreue ver­sto­ßen wür­de, der den Bund und die Län­der zu bun­des- und län­der­freund­li­chem Ver­hal­ten unter­ein­an­der ver­pflich­tet, steht mit dem Grund­ge­setz, der Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung und dem Abstim­mungs­ge­setz nicht in Ein­klang. Daher ist das Volks­be­geh­ren ins­ge­samt unzu­läs­sig.

(K)ein Volks­be­geh­ren: Die Ver­bes­se­rung des Ber­li­ner S‑Bahn-Ver­kehrs

So hat der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof des Lan­des Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Volks­be­geh­rens des Ber­li­ner S‑Bahn-Tischs über die Ver­bes­se­rung des S‑Bahn-Ver­kehrs ent­schie­den. Das Volks­be­geh­ren ist auf den Erlass eines „Geset­zes zur Been­di­gung des Cha­os bei der Ber­li­ner S‑Bahn“ gerich­tet. Der Antrag auf Ein­lei­tung des Volks­be­geh­rens ist dem Auf­grund der Vor­la­ge der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport zur Zuläs­sig­keit des Volks­be­geh­rens hat­te der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof des Lan­des Ber­lin über den Antrag zu ent­schei­den.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof des Lan­des Ber­lin dar­auf, dass die­ses Volks­be­geh­ren auf den Erlass eines "Geset­zes zur Been­di­gung des Cha­os bei der Ber­li­ner S‑Bahn" gerich­tet sei. Für alle Rege­lun­gen hät­te des­halb nach der Ver­fas­sung von Ber­lin (Art. 62 Abs. 1 Satz 1 VvB) und nach dem Abstim­mungs­ge­setz (§ 11 Abs. 1 Satz 1 AbstG) eine Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Lan­des Ber­lin bestehen müs­sen. Das hat der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof im Ergeb­nis ver­neint. Ein Groß­teil der vor­ge­se­he­nen Bestim­mun­gen betrifft wegen des bestehen­den Ver­kehrs­ver­bun­des zugleich das Land Bran­den­burg, ohne die­sem eine Mit­wir­kung und Mit­be­stim­mung zu ermög­li­chen. Ein­sei­ti­ge, auch das Land Bran­den­burg bin­den­de gesetz­li­che Rege­lun­gen sind mit der bun­des­staat­li­chen Kom­pe­tenz­ord­nung nach dem Grund­ge­setz, auf das die Ver­fas­sung von Ber­lin ver­weist, nicht ver­ein­bar. Das mit dem Volks­be­geh­ren beab­sich­tig­te Volks­ge­setz wür­de auf jeden Fall gegen den Grund­satz der Bun­destreue ver­sto­ßen, der den Bund und die Län­der zu bun­des- und län­der­freund­li­chem Ver­hal­ten unter­ein­an­der ver­pflich­tet. Da aus die­sem Grund zen­tra­le Bestim­mun­gen des Gesetz­ent­wurfs mit dem Grund­ge­setz, der Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung und dem Abstim­mungs­ge­setz nicht in Ein­klang ste­hen, ist das Volks­be­geh­ren ins­ge­samt unzu­läs­sig. Nach Abschluss der Unter­schrif­ten­samm­lung kommt schließ­lich auch eine Ände­rung des Inhalts des Volks­be­geh­rens nicht mehr in Betracht.

Ver­fas­sungs­ge­richts­hof des Lan­des Ber­lin, Urteil vom 13. Mai 2013 – VerfGH 32/​12