Kei­ne Urnen­bei­set­zung auf Pri­vat­grund­stück

Der blo­ße Wunsch, auf dem eige­nen Grund­stück bestat­tet zu wer­den, recht­fer­tigt auch für die Bei­set­zung von Urnen kei­ne Aus­nah­me vom Fried­hofs­zwang, ent­schied jetzt, zumin­dest für die der­zei­ti­ge Rechts­la­ge in Rhein­land-Pfalz, das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz.

Kei­ne Urnen­bei­set­zung auf Pri­vat­grund­stück

Dem Urteil des Koblen­zer Ober­ver­wal­tungs­ge­richts lag die Kla­ge eines 75jährigen Klä­gers, der bei der beklag­ten Kreis­ver­wal­tung die Geneh­mi­gung eines pri­va­ten Bestat­tungs­plat­zes auf sei­nem Grund­stück bean­tragt hat­te, damit dort sei­ne Urne bei­gesetzt wer­den kann. Unter Hin­weis auf den bestehen­den Fried­hofs­zwang lehn­te die Kreis­ver­wal­tung die­sen Antrag ab. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies sowohl erst­in­stanz­lich das Ver­wal­tungs­ge­richt wie auch auf die Beru­fung des Klä­gers das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz ab.

Das deut­sche Bestat­tungs­recht las­se eine Aus­nah­me von der Pflicht, Urnen auf Fried­hö­fen bei­zu­set­zen (soge­nann­ter Fried­hofs­zwang), nur zu, wenn für die Bestat­tung auf einem Pri­vat­grund­stück ein berech­tig­tes Bedürf­nis bestehe und öffent­li­che Inter­es­sen nicht beein­träch­tigt wür­den. Ein sol­ches Bedürf­nis erge­be sich nicht aus dem blo­ßen Wunsch, auf dem eige­nen Grund­stück bestat­tet zu wer­den. Etwas ande­res fol­ge nicht aus dem Wan­del sitt­li­cher Anschau­un­gen. Denn der Fried­hof­zwang tra­ge nach wie vor dem Belang Rech­nung, die Toten­ru­he zu respek­tie­ren. Des­halb könn­ten Urnen auch in ande­ren Bun­des­län­dern nicht belie­big auf Pri­vat­grund­stü­cken bei­gesetzt wer­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 4. Febru­ar 2010 – 7 A 11390/​09.OVG