Mili­tär­dienst­ver­wei­ge­rung als Asyl­grund

Aus der gesetz­li­chen Bestim­mung des § 3a Abs. 3 AsylG, der inso­weit Art. 9 Abs. 3 der Richt­li­nie 2011/​95/​EU (Aner­ken­nungs­richt­li­nie) umsetzt, ergibt sich, dass die Qua­li­fi­zie­rung einer Hand­lung als Ver­fol­gung im Sin­ne von § 3a Abs. 2 Nr. 1 bis 6 AsylG noch nicht aus­reicht, um eine flücht­lings­recht­lich rele­van­te Ver­fol­gungs­maß­nah­me zu begrün­den.

Mili­tär­dienst­ver­wei­ge­rung als Asyl­grund

Hin­zu­kom­men muss viel­mehr eine "Ver­knüp­fung" zwi­schen Hand­lung und Ver­fol­gungs­grund, d.h. die Ver­fol­gung muss "wegen" bestimm­ter Ver­fol­gungs­grün­de dro­hen.

Das Urteil "She­pherd" des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on vom 26.02.20151 weist schon des­we­gen nicht auf eine klä­rungs­be­dürf­ti­ge Zwei­fels­fra­ge zu Art. 9 Abs. 3 der Richt­li­nie 2011/​95/​EU, der die Fäl­le des Art. 9 Abs. 2 Buchst. b) der Richt­li­nie 2011/​95/​EU gera­de nicht von dem Ver­knüp­fungs­er­for­der­nis aus­nimmt, weil es sich zur Aus­le­gung die­ser Rege­lung nicht zu ver­hal­ten hat­te.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2017 – 1 B 131.17

  1. EuGH, Urteil vom 26.02.2015 – C 472/​13 [She­pherd] []