Pro­ble­me im Inter­nat – und der nor­ma­le Schul­be­trieb

Das Fehl­ver­hal­ten eines Schul­trä­gers im Inter­nats­be­trieb schlägt nicht auf Schul­be­trieb durch. Mit die­ser Begrün­dung hat nun das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands den Wei­ter­be­trieb der Don-Bosco-Schu­len zuge­las­sen und der Kla­ge des der Lef­eb­v­re-Pries­ter­bru­der­schaft St. Pius X. nahe­ste­hen­den Don-Bosco-Schul­ver­eins gegen den Wider­ruf der 1991 bzw. 1994/​1997 erteil­ten Geneh­mi­gun­gen zum Betrieb der Grund­schu­le St. Arnu­al und der Erwei­ter­ten Real­schu­le Herz-Jesu in Fechin­gen statt­ge­ge­ben.

Pro­ble­me im Inter­nat – und der nor­ma­le Schul­be­trieb

Anlass für den Wider­ruf der Geneh­mi­gun­gen der bei­den Ersatz­schu­len zum 24. Janu­ar 2011, dem Beginn des zwei­ten Schul­halb­jah­res 2010/​2011, war der Wider­ruf der Geneh­mi­gung für das Inter­nat der Erwei­ter­ten Real­schu­le. Die­se Geneh­mi­gung war wider­ru­fen wor­den, nach­dem das Saar­län­di­sche Minis­te­ri­um für Bil­dung fest­ge­stellt hat­te, dass dort 26 jun­gen Men­schen bei nur 8 erlaub­ten Plät­zen und an zum Teil nicht geneh­mig­ten Stand­or­ten unter­ge­bracht waren.

Das saar­län­di­sche Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um ver­trat in der Fol­ge die Auf­fas­sung, die Ver­stö­ße im Inter­nats­be­reich wür­den auf grund­sätz­li­che Defi­zi­te im recht­s­treu­en Ver­hal­ten schlie­ßen las­sen. Die Unzu­ver­läs­sig­keit im Inter­nats­be­reich erstre­cke sich daher auf Grund der Iden­ti­tät des Trä­ger­ver­eins und der ein­heit­li­chen per­so­nel­len Lei­tung auch auf den Schul­be­reich.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des folg­te die­ser Auf­fas­sung jedoch nicht: Das für den Inter­nats­be­trieb fest­ge­stell­te Fehl­ver­hal­ten rei­che ange­sichts des lang­jäh­ri­gen ord­nungs­ge­mä­ßen Betriebs der Schu­len nicht aus, um eine Unzu­ver­läs­sig­keit des Klä­gers als Schul­trä­ger zu begrün­den. Ein Wider­ruf der Geneh­mi­gun­gen sei erst zuläs­sig, wenn der Schul­trä­ger Män­gel im Schul­be­reich inner­halb einer ihm gesetz­ten Frist nicht abge­stellt hät­te. Hin­sicht­lich der bei­den Schu­len habe das Minis­te­ri­um aber kei­nen erheb­li­chen Man­gel benannt, um des­sen Besei­ti­gung sich der Schul­ver­ein nicht bemüht oder den er gar vor­sätz­lich her­bei­ge­führt habe.

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des, Urteil vom 6. Sep­tem­ber 2011 – 1 K 15/​11