Rück­ab­wick­lung von Fol­ge­kos­ten­ver­trä­gen

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te ent­schie­den, dass die beklag­te Gemein­de Eching nicht zur Zurück­zah­lung von Geld­be­trä­gen ver­pflich­tet ist, die sie auf­grund städ­te­bau­li­cher Ver­trä­ge von den Klä­gern erhal­ten hat.

Rück­ab­wick­lung von Fol­ge­kos­ten­ver­trä­gen

Die Beklag­te stell­te im Jahr 1980 einen Bebau­ungs­plan für das Gewer­be­ge­biet Eching-Ost auf. Durch des­sen zuneh­men­de Aus­nut­zung – bis 1998 ca. zur Hälf­te – kam es zu einer Über­las­tung des über­ört­li­chen Ver­kehrs­net­zes, ins­be­son­de­re der Auf­fahrt von der Staats­stra­ße 2053 auf die Bun­des­au­to­bahn A 9. Die Beklag­te beschloss dar­auf­hin, neu­es Bau­recht nur ein­zu­räu­men, wenn sich die Bau­in­ter­es­sen­ten ver­trag­lich zu einem Bei­trag zum Bau eines Zubrin­gers zur A 92 ver­pflich­ten. In der Fol­ge­zeit schloss die Beklag­te mit etli­chen Inter­es­sen­ten, u.a. mit den Klä­gern, städ­te­bau­li­che Ver­trä­ge ab.

Die Klä­ger sind Eigen­tü­mer bebau­ter Grund­stü­cke im Gewer­be­ge­biet Eching Ost. Um die Zustim­mung der Beklag­ten zu einer Aus­nah­me vom Ver­bot zu erhal­ten, Ein­zel­han­del zu betrei­ben, ver­pflich­te­ten sie sich gegen­über der Beklag­ten, sich an den Kos­ten für die zusätz­li­che Stra­ßen­an­bin­dung des Gewer­be­ge­biets an die Bun­des­au­to­bahn A 92 zu betei­li­gen. Nach­dem die Beklag­te ihre Zustim­mung zu den Vor­ha­ben der Klä­ger erteilt hat­te, zahl­ten die Klä­ger die ver­ein­bar­ten Beträ­ge, for­der­ten sie spä­ter aber wie­der mit der Begrün­dung zurück, die Ver­trä­ge sei­en nich­tig. Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mün­chen hat ihrer Kla­ge statt­ge­ge­ben 1.

Nicht so jedoch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, dort hat­te jetzt die Revi­si­on der beklag­ten Gemein­de Erfolg: Die städ­te­bau­li­chen Ver­trä­ge sind wirk­sam, urteil­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Die Beklag­te durf­te die Gewäh­rung neu­en Bau­rechts mit­hin davon abhän­gig machen, dass sich die begüns­tig­ten Grund­stücks­ei­gen­tü­mer (Neu­nut­zer) an der Finan­zie­rung des Zubrin­gers betei­li­gen. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass der Zubrin­ger, der das Gewer­be­ge­biet Eching Ost mit der A 92 ver­bin­det, auch den bis­he­ri­gen Nut­zern des Gewer­be­ge­biets (Alt­nut­zer) zugu­te kommt, die, weil sie bereits Bau­recht hat­ten, an den Kos­ten nicht betei­ligt wer­den kön­nen. Die Beklag­te hat den Vor­teil des Zubrin­gers auch für die Alt­nut­zer und sons­ti­ge Ver­kehrs­teil­neh­mer nicht von den Neu­nut­zern bezah­len las­sen, son­dern ihn dadurch abge­gol­ten, dass sie in ange­mes­se­nem Umfang eige­ne Finan­zie­rungs­mit­tel und einen Zuschuss des Frei­staats Bay­ern ein­ge­setzt hat.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 24. März 2011 – 4 C 11.10

Vor­in­stan­zen:

VG Mün­chen, M 2 K 06.129 – Urteil vom 13. Febru­ar 2007 -

  1. BayVGH, Beschluss vom 16.11.2009 – 4 BV 07.1902[]