Rund­funk­ge­büh­ren in der Behin­der­ten­ein­rich­ti­gung

Auto­ra­di­os von Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen sind rund­funk­ge­büh­ren­frei. Dies ent­schied soeben das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig auf die Kla­gen von zwei gemein­nüt­zi­gen Trä­gern von Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen, die sich gegen die Zah­lung von Rund­funk­ge­büh­ren für Auto­ra­di­os gewandt hat­ten.

Rund­funk­ge­büh­ren in der Behin­der­ten­ein­rich­ti­gung

Die Klä­ge­rin des ers­ten heu­te vom Bun­des­ver­wal­tungs­geicht ent­schie­de­nen Rechts­streit ist eine gemein­nüt­zi­ge kirch­li­che Stif­tung des pri­va­ten Rechts, die von Bodel­schwingh­sche Anstal­ten Bethel. Sie betreibt Ein­rich­tun­gen für kran­ke, behin­der­te oder sozi­al benach­tei­lig­te Men­schen. Vom beklag­ten West­deut­schen Rund­funk begehrt sie die Befrei­ung für 24 Auto­ra­di­os in „Fahrdienst"-Fahrzeugen für den Zeit­raum vom 1. April 2005 bis zum 31. März 2008 von der Rund­funk­ge­bühr gem. § 5 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 RGebStV. Beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter ist die Klä­ge­rin ohne Erfolg geblie­ben [1].

Die Klä­ge­rin des zwei­ten heu­te vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Rechts­streits ist eine gemein­nüt­zi­ge GmbH, die Woh­nen und Beglei­ten gGmbH, mit Sitz in Lüb­be­cke. Dort und in angren­zen­den Gemein­den betreibt sie fünf Behin­der­ten­wohn­hei­me, denen zum Teil Außen­wohn­grup­pen in eige­nen Häu­sern zuge­ord­net sind. Vom beklag­ten West­deut­schen Rund­funk begehrt sie die Befrei­ung für Auto­ra­di­os in ihren ins­ge­samt 12 steu­er­be­frei­ten Fahr­zeu­gen, die aus­schließ­lich zur Beför­de­rung behin­der­ter Men­schen dien­ten, von der Rund­funk­ge­bühr gem. § 5 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 RGebStV. Auch hier ist die Klä­ger vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter ohne Erfolg geblie­ben [2].

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat dies heu­te in bei­den Fäl­len kor­ri­giert und den Klä­ge­rin­nen die Befrei­ung von der Rund­funk­ge­bühr zuge­spro­chen, weil die Auto­ra­di­os in den Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen für die Behin­der­ten bereit­ge­hal­ten wur­den, soweit die Fahr­zeu­ge aus­schließ­lich zum Trans­port von Behin­der­ten bestimmt sind.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 28. April 2010 – 6 C 6.09 und 6 C 7.09

  1. OVG Müns­ter – 19 A 467/​07[]
  2. OVG Müns­ter – 19 A 2450/​07[]