Solar­an­la­ge in der Innen­stadt

Im Gel­tungs­be­reich einer inner­städ­ti­schen Gestal­tungs­sat­zung kann eine Solar­an­la­ge, soweit sie den Dach­first über­ragt, unzu­läs­sig sein. So ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz, das eine über­ste­hen­de Solar­an­la­ge in der Innen­stadt von Spey­er teil­wei­se wie­der besei­tigt wer­den muss.

Solar­an­la­ge in der Innen­stadt

Der Klä­ger ist in Spey­er Eigen­tü­mer zwei­er mit Wohn­häu­sern bebau­ter Grund­stü­cke, die im Gel­tungs­be­reich einer Gestal­tungs­sat­zung lie­gen. Die­se Sat­zung hat sich zum Ziel gesetzt, das städ­te­bau­li­che Erschei­nungs­bild von Spey­er, wie es sich nach dem Brand von 1689 auf der Grund­la­ge des mit­tel­al­ter­li­chen Stra­ßen­sys­tems ent­wi­ckelt hat, zu erhal­ten. Auf den Dächern sei­ner Wohn­häu­ser hat der Klä­ger Solar­an­la­gen errich­tet. Die beklag­te Stadt gab dem Klä­ger unter Hin­weis auf die Gestal­tungs­sat­zung auf, die Solar­pa­nee­len voll­stän­dig zu ent­fer­nen. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge hat­te vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt über­wie­gend Erfolg. Die Besei­ti­gungs­ver­fü­gung wur­de ledig­lich inso­weit bestä­tigt, als dem Klä­ger die Ent­fer­nung der über den Dach­first hin­aus­ra­gen­den Solar­an­la­ge auf­ge­ge­ben wur­de. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat den Antrag des Klä­gers auf Zulas­sung der Beru­fung abge­lehnt.

Dem Klä­ger sei zu Recht die Besei­ti­gung der über den Dach­first hin­aus­ra­gen­den Solar­pa­nee­len auf­ge­ge­ben wor­den. Denn die­ser Teil der Anla­ge ver­sto­ße gegen die Gestal­tungs­sat­zung der Stadt, mit der das his­to­ri­sche Erschei­nungs­bild von Spey­er erhal­ten wer­den sol­le. Danach müs­se sich die Gestal­tung der Dächer im Ein­klang mit der Umge­bung hal­ten. Die Umge­bung des Anwe­sens des Klä­gers sei durch eine im Wesent­li­chen ein­heit­li­che Dach­land­schaft aus zie­gel­ge­deck­ten Sat­tel­dä­chern mit einem klar kon­tu­rier­ten Dach­first gekenn­zeich­net. Die­sen Rah­men hal­te die Solar­an­la­ge auf dem Anwe­sen des Klä­gers nicht ein, soweit die jeweils obe­re Rei­he der Solar­pa­nee­len über den Dach­first hin­aus­ra­ge.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 11. Febru­ar 2011 – 8 A 11111/​10.OVG