Die Wind­ener­gie­nut­zung im Regio­nal­plan

Die gesam­te Fest­le­gung im Regio­nal­plan Mit­tel­hes­sen 2010 ist unwirk­sam, da dem Regio­nal­plan kei­ne abschlie­ßen­de Abwä­gung der Regio­nal­ver­samm­lung im Sin­ne einer flä­chen­de­cken­den Gesamt­kon­zep­ti­on für die Wind­ener­gie­nut­zung im Pla­nungs­raum zugrun­de­liegt.

Die Wind­ener­gie­nut­zung im Regio­nal­plan

So die Ent­schei­dung des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Stadt Als­feld, auf deren Gebiet durch den ange­foch­te­nen Regio­nal­plan für zwei bereits bestehen­de Wind­far­men mit ins­ge­samt 14 Wind­ener­gie­an­la­gen zwei Vor­rang­ge­bie­te für Wind­ener­gie­nut­zung als Bestand fest­ge­legt wer­den. Mit die­ser Fest­le­gung des Regio­nal­plans wird bestimmt, dass in den in der Kar­te zum Regio­nal­plan aus­ge­wie­se­nen sog. Vor­rang­ge­bie­ten für Wind­ener­gie­nut­zung die Errich­tung und der Betrieb raum­be­deut­sa­mer Wind­ener­gie­an­la­gen Vor­rang vor ent­ge­gen­ste­hen­den ande­ren Pla­nun­gen und Nut­zun­gen haben und die Pla­nung und Errich­tung raum­be­deut­sa­mer Wind­kraft­an­la­gen außer­halb die­ser Vor­rang­ge­bie­te nicht zuläs­sig ist. Der Plan ent­hält zudem im Gebiet der Stadt Als­feld die Fest­le­gung drei wei­te­rer Vor­rang­ge­bie­te für Wind­ener­gie­nut­zung. Dadurch sieht sich die Stadt dar­an gehin­dert, selbst eine Bau­leit­pla­nung zu betrei­ben, die abwei­chend von den durch den Regio­nal­plan fest­ge­leg­ten Vor­rang­ge­bie­ten ande­re Stand­or­te für Wind­kraft­an­la­gen zum Gegen­stand hat. Zudem sieht sich die Stadt durch die Regio­nal­pla­nung gezwun­gen, ihre übri­ge Bau­leit­pla­nung auf die fest­ge­leg­ten Vor­rang­ge­bie­te abzu­stim­men. Es ist Nor­men­kon­troll­an­trag gestellt wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs lie­ge dem Regio­nal­plan kei­ne abschlie­ßen­de Abwä­gung der Regio­nal­ver­samm­lung im Sin­ne einer flä­chen­de­cken­den Gesamt­kon­zep­ti­on für die Wind­ener­gie­nut­zung im Pla­nungs­raum zugrun­de. Die Pla­nungs­ver­samm­lung habe 15 Gebie­te mit einer Gesamt­flä­che von 1.000 ha aus­drück­lich von der Pla­nung aus­ge­nom­men, die nach einem sog. Pla­nungs­hin­weis ggf. zukünf­tig als wei­te­re Vor­rang­ge­bie­te für die Wind­ener­gie­nut­zung aus­ge­wie­sen wer­den sol­len. Dies sei kei­ne vom Gesetz gefor­der­te, von der Regio­nal­ver­samm­lung zu tref­fen­de abschlie­ßen­de Abwä­gungs­ent­schei­dung. Der Regio­nal­plan Mit­tel­hes­sen 2010 ent­hal­te damit kein abschlie­ßen­des Gesamt­kon­zept für die Wind­ener­gie­nut­zung.

Soweit im Regio­nal­plan Mit­tel­hes­sen 2010 als Ziel der Raum­ord­nung Vor­rang­ge­bie­te für die Wind­ener­gie­nut­zung fest­ge­legt wer­den, hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof die gesam­te Fest­le­gung für unwirk­sam erklärt.

Hes­si­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 10 Mai 2012 – 4 C 841/​11.N