Eine Mobil­funk­sen­de­an­la­ge in der Nach­bar­schaft

Den Betrieb einer Mobil­funk­sen­de­an­la­ge ist von einer Nach­ba­rin zu dul­den, wenn die mit der Strah­lung ver­bun­de­nen Ein­wir­kun­gen auf ihr Grund­stück die in den ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten fest­ge­leg­ten Grenz- bzw. Richt­wer­te nicht über­schrei­ten.

Eine Mobil­funk­sen­de­an­la­ge in der Nach­bar­schaft

So das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Klä­ge­rin, die von der Beklag­ten wegen des Betrie­bes einer Mobil­funk­sen­de­an­la­ge Scha­den­er­satz und Schmer­zens­geld, die Fest­stel­lung der Ver­pflich­tung der Beklag­ten zum Ersatz aller ent­spre­chen­den zukünf­ti­gen Schä­den sowie die Unter­las­sung elek­tro­ma­gne­ti­scher Strah­lung ver­langt hat­te.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Dres­den wer­de die Klä­ge­rin durch die Mobil­funk­sen­de­an­la­ge aus­ge­hen­de Strah­lung nur unwe­sent­lich beein­träch­tigt. Die mit der Strah­lung ver­bun­de­nen Ein­wir­kun­gen auf ihr Grund­stück wür­den die in den ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten fest­ge­leg­ten Grenz- bzw. Richt­wer­te nicht über­schrei­ten. Die streit­ge­gen­ständ­li­che Mobil­funk­sen­de­an­la­ge erfül­le die Anfor­de­run­gen der 26. BIm­SchV. Der Klä­ge­rin sei es nicht gelun­gen, dar­zu­le­gen und zu bewei­sen, dass ein wis­sen­schaft­lich begrün­de­ter Zwei­fel an der Rich­tig­keit der in der 26. BIm­SchV fest­ge­leg­ten Grenz­wer­te bestehe und ein fun­dier­ter Ver­dacht einer Gesund­heits­ge­fähr­dung durch elek­tro­ma­gne­ti­sche Fel­der unter­halb die­ser Wer­te erho­ben wer­den kön­ne.

Die Klä­ge­rin muss den Betrieb der von der Beklag­ten betrie­be­nen Mobil­funk­sen­de­an­la­ge dul­den.

Ober­lan­des­ge­richt Dres­den, Urteil vom 19. März 2013 – 9 U 1265/​12