Genrü­ben und Gen­mais

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig hat sich in zwei Urtei­len mit Kla­gen gegen die Aus­brin­gung gen­tech­nisch ver­än­der­ter Pflan­zen zu befas­sen. Und in bei­den Urtei­len wur­de das Maß für eine einen zuläs­si­gen Rechts­schutz für die Eigen­tü­mer der von der Aus­saat betrof­fe­nen Nach­bar­grund­stü­cke sehr hoch gelegt.

Genrü­ben und Gen­mais

In dem ers­ten Ver­fah­ren, in dem sich ein Nach­bar gegen die Aus­brin­gung gen­tech­nisch ver­än­der­ter Zucker­rü­ben wehr­te, sah das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig die Kla­ge bereits als unzu­läs­sig an: All­lge­mei­ne Beden­ken gegen die Frei­set­zung gen­tech­nisch ver­än­der­ter Orga­nis­men begrün­den hier­nach nicht die für die Dritt­an­fech­tung einer Frei­set­zungs­ge­neh­mi­gung erfor­der­li­che Kla­ge­be­fug­nis. Von dem Frei­set­zungs­ver­such aus­ge­hen­de schäd­li­che Ein­wir­kun­gen auf das Eigen­tum der Klä­ger an Sach­gü­tern sind, so die Braun­schwei­ger Rich­ter, regel­mä­ßig nicht zu erwar­ten. Und soweit die Klä­ger wegen der Nähe zur Frei­set­zungs­flä­che einen die Ver­pach­tung land­wirt­schaft­li­cher Flä­chen oder die Ver­mark­tung land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nis­se nach­tei­lig beein­träch­ti­gen­den Image­scha­den befürch­ten, steht ein dar­aus ggf. resul­tie­ren­der blo­ßer Ver­mö­gens­scha­den der Ertei­lung der Frei­set­zungs­ge­neh­mi­gung nicht ent­ge­gen.

Im zwei­ten Ver­fah­ren, in dem ein Nach­bar die Aus­brin­gung von gen­tech­nisch ver­än­der­ten Mais zu ver­hin­dern such­te, wur­de dem Klä­ger sein zu spä­tes Reagie­ren zum Nach­teil: Im gericht­li­chen Ver­fah­ren sind Dritt­be­trof­fe­ne, so das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig, mit Ein­wen­dun­gen aus­ge­schlos­sen, die sie nicht bereits im Anhö­rungs­ver­fah­ren nach dem Gen­tech­nik­ge­setz erho­ben haben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig, Urtei­le vom 23. April 2009 – 2 A 93/​08 und 2 A 224/​07