Kein Modell­flug im Land­schafts­schutz­ge­biet

Modell­hub­schrau­ber dür­fen auf einer ehe­ma­li­gen Rake­ten­stel­lung der Bun­des­wehr in Fin­nen­trop, die Teil eines Land­schafts­schutz­ge­biets ist, nicht star­ten. Ein Ver­ein von Modell­flie­gern, der die not­wen­di­ge land­schafts­recht­li­che Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung erstrei­ten woll­te, hat­te des­we­gen jetzt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg kei­nen Erfolg, die Arns­ber­ger Ver­wal­tungs­rich­ter wie­sen die gegen den Kreis Olpe gerich­te­te Kla­ge ab.

Kein Modell­flug im Land­schafts­schutz­ge­biet

Das in der Land­schafts­schutz­ver­ord­nung ent­hal­te­ne aus­drück­li­che Ver­bot, im geschütz­ten Gebiet Modell­sport zu betrei­ben, so das Ver­wal­tungs­ge­richt in sei­ner Urteils­be­grün­dung, sei rechts­wirk­sam. Dass man das frü­he­re Mili­tär­ge­län­de in das Schutz­ge­biet ein­be­zo­gen habe, sei trotz des weit­ge­hend unver­än­der­ten bau­li­chen Zustan­des nicht zu bean­stan­den. Eine insel­för­mi­ge Aus­klam­me­rung des Gelän­des aus dem Land­schafts­schutz wäre der Unter­schutz­stel­lung der all­seits angren­zen­den Flä­chen abträg­lich gewe­sen, was auch durch das (bereits geschei­ter­te) Vor­ha­ben eines Moto­cross­ver­eins, das Are­al als Übungs­ge­län­de nut­zen zu dür­fen, belegt wer­de.

Der nun­mehr geplan­te Betrieb von Modell­hub­schrau­bern mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren sei – jeden­falls ohne eine erheb­li­che Beschrän­kung der Flug­zei­ten, die der Antrag des Klä­gers nicht vor­se­he – mit dem Schutz­zweck der „beson­de­ren Bedeu­tung für die Erho­lung“ nicht zu ver­ein­ba­ren. Das Land­schafts­recht gehe von einer "stil­len" Erho­lung aus; emis­si­ons­träch­ti­ge Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, bei denen die freie Land­schaft nur als Kulis­se in Anspruch genom­men wer­de, sei­en von die­sem Begriff nicht umfasst. Der Flug­lärm sei, wie sich in einem zwei­ten gericht­li­chen Orts­ter­min erwie­sen habe, noch in einer Ent­fer­nung von meh­re­ren hun­dert Metern hör­bar gewe­sen, zum Teil sogar recht deut­lich, und kön­ne von Besu­chern des Gebiets durch­aus als stö­rend emp­fun­den wer­den. In Anbe­tracht der ört­li­chen Gege­ben­hei­ten sei auch davon aus­zu­ge­hen, dass das Gebiet in nicht unbe­trächt­li­chem Maße von Erho­lungs­su­chen­den fre­quen­tiert wer­de.

Soweit sich der Klä­ger dar­auf beru­fe, dass das ehe­ma­li­ge Mili­tär­ge­län­de schon ander­wei­tig genutzt wer­de, etwa als Übungs­platz der Feu­er­wehr, Poli­zei und einer Ret­tungs­hun­de­staf­fel, sei die dar­aus resul­tie­ren­de Lärm­vor­be­las­tung nicht so gra­vie­rend, dass der zusätz­li­che Flug­lärm dane­ben nicht mehr nen­nens­wert ins Gewicht fie­le. Ent­spre­chen­des gel­te auch für die Geräu­sche der in der Umge­bung ste­hen­den Wind­kraft­an­la­gen. Der Ver­ein kön­ne dar­auf ver­wie­sen wer­den, sei­ne Bemü­hun­gen um eine geeig­ne­te Alter­na­tiv­flä­che für den Modell­flug regio­nal wei­ter aus­zu­deh­nen als bis­her gesche­hen.

Der Klä­ger kön­ne auch nicht bean­spru­chen, dass ihm die begehr­te Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nur für den Zeit­raum bis zu einer Rena­tu­rie­rung des umzäun­ten Mili­tär­ge­län­des erteilt wer­de. Da der geplan­te Flug­be­trieb bereits wegen der in der Umge­bung zu erwar­ten­den Lärm­im­mis­sio­nen unzu­läs­sig sei, kom­me es auf eine mög­li­che künf­ti­ge Frei­ga­be des Gelän­des für die erho­lungs­su­chen­de All­ge­mein­heit nicht an. Im Übri­gen stel­le sich das Ob und Wann einer etwai­gen Rena­tu­rie­rung als voll­kom­men unge­wiss dar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Urteil vom 17. Juni 2009 – 1 K 2770/​08