Pri­va­tes Alt­pa­pier­sam­mel­un­ter­neh­men

Ein als flä­chen­de­ckend fest­ge­stell­tes pri­va­tes Sys­tem zur Abho­lung gebrauch­ter, rest­ent­leer­ter Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen aus Papier, Pap­pe und Kar­ton ist nach § 6 Abs. 4 Satz 5 Ver­packV ver­pflich­tet, die für die Samm­lung von Papier­ab­fäl­len bestehen­den Ein­rich­tun­gen des öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­gers mit­zu­be­nut­zen, solan­ge es in des­sen Bereich kein eige­nes Sam­mel­sys­tem auf­baut. Dies gilt unab­hän­gig davon, wann die öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen geschaf­fen wor­den sind.

Pri­va­tes Alt­pa­pier­sam­mel­un­ter­neh­men

Die Samm­lung und Ent­sor­gung gebrauch­ter Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen aus Papier, Pap­pe, Kar­ton ist nicht voll­stän­dig pri­va­ti­siert.

Das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen dem öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­ger und dem Sys­tem nach § 6 Abs. 3 Ver­packV ist öffent­lich-recht­lich. Mit­be­nut­zungs­pflicht und Abstim­mung im Sin­ne von § 6 Abs. 4 Satz 1 Ver­packV kön­nen daher im Ver­wal­tungs­rechts­weg gel­tend gemacht wer­den.

Zur Durch­set­zung der Pflich­ten aus § 6 Abs. 4 Ver­packV ist die Leis­tungs­kla­ge grund­sätz­lich zuläs­sig, da dem öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­ger im Hin­blick auf das die Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung kenn­zeich­nen­de Kon­sen­su­al­prin­zip hier­zu kei­ne Befug­nis zur ein­sei­ti­gen Rege­lung durch Ver­wal­tungs­akt zusteht.

Die Ange­mes­sen­heit des für die Mit­be­nut­zung zu bezah­len­den Ent­gelts ist nach kom­mu­nal­ab­ga­ben­recht­li­chen Grund­sät­zen zu bestim­men.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 30. Sep­tem­ber 2010 – 2 K 639/​09