Zucht­ver­bot für Hau­ben­en­ten

Land­en­ten mit Feder­hau­ben (Hau­ben­en­ten) wei­sen sovie­le gene­ti­sche Defek­te auf, dass ihre Zucht nach einem Urteil des Hes­si­schen Ver­wal­tugns­ge­richts­hofs gegen das Tier­schutz­ge­setz ver­stößt 1. Die­ses Urteil hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auf die Revi­si­on des betrof­fe­nen Züch­ters nun jedoch auf­ge­ho­ben. Ob die Zucht von Enten mit Feder­hau­ben (Hau­ben­en­ten) eine ver­bo­te­ne Qual­züch­tung ist, muss daher vom Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof erneut geprüft wer­den.

Zucht­ver­bot für Hau­ben­en­ten

Der Ent­schei­dung zugrun­de liegt der Fall eines Hob­by­tier­züch­ters aus dem Vogels­berg­kreis, dem von der zustän­di­gen Tier­schutz­be­hör­de, dem Land­rat des Vogels­berg­krei­ses, ver­bo­ten wur­de, Hau­ben­en­ten zu züch­ten, weil dabei häu­fig schwe­re Miss­bil­dun­gen auf­trä­ten. Die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge blieb in den Vor­in­stan­zen sowohl beim Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den wie beim Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ohne Erfolg. Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat in sei­nem Beru­fungs­ur­teil ange­nom­men, die Zucht sei gemäß § 11b TierSchG ver­bo­ten. Es sei damit zu rech­nen, dass bei der Nach­zucht erb­lich bedingt – für die Tie­re mit Lei­den ver­bun­de­ne – Gehirn­schä­den auf­trä­ten. Die nahe­lie­gen­de Mög­lich­keit, dass es zu der­ar­ti­gen Schä­den kom­me, genü­ge für das Ver­bot der Zucht.

Dem ist das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jedoch nicht gefolgt. § 11b TierSchG, so die Leip­zi­ger Rich­ter, erlaubt ein Zucht­ver­bot nur, wenn mit der­ar­ti­gen erb­lich beding­ten Schä­den "gerech­net wer­den muss". Dies ist der Fall, wenn es nach dem Stand der Wis­sen­schaft über­wie­gend wahr­schein­lich ist, dass sol­che Schä­den signi­fi­kant häu­fi­ger auf­tre­ten, als zufäl­lig zu erwar­ten wäre. Dies hat das Tat­sa­chen­ge­richt noch zu prü­fen. Des­halb hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt das Urteil des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs auf­ge­ho­ben und die Sache an die­sen zurück­ver­wie­sen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 17. Dezem­ber 2009 – 7 C 4.09

  1. VGH Kas­sel, Urteil vom 05.02.2009 – 8 A 1194/​06[]