Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Entscheidung

Ein Beschwer­de­füh­rer muss nach den Anfor­de­run­gen der § 23 Abs. 1 Satz 2, 1. Halb­satz, § 92 BVerfGG hin­rei­chend sub­stan­ti­iert und schlüs­sig dar­le­gen, dass eine unmit­tel­ba­re und gegen­wär­ti­ge Ver­let­zung in einem ver­fas­sungs­be­schwer­de­fä­hi­gen Recht mög­lich erscheint1, was eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen und deren kon­kre­ter Begrün­dung erfor­dert2.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Entscheidung

Will der Beschwer­de­füh­rer von den Fest­stel­lun­gen oder von der Wür­di­gung der Tat­sa­chen durch die Fach­ge­rich­te abwei­chen, muss er sei­nen abwei­chen­den Sach­vor­trag mit einem ver­fas­sungs­recht­li­chen Angriff gegen die fach­ge­richt­li­che Tat­sa­chen­fest­stel­lung ver­bin­den3

Zur Begrün­dung gehört in qua­li­ta­ti­ver Hin­sicht eine kon­kre­te inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den ange­grif­fe­nen instanz­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen und deren tra­gen­den Begrün­dungs­li­ni­en, und zwar auf der Ebe­ne des Ver­fas­sungs­rechts am Maß­stab der als ver­letzt gerüg­ten grund­recht­li­chen Posi­tio­nen4.

Dazu gehört nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts auch, den behaup­te­ten Grund­rechts­ver­stoß in Aus­ein­an­der­set­zung mit den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Maß­stä­ben zu begrün­den, sofern zu den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de auf­ge­wor­fe­nen Ver­fas­sungs­fra­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts bereits vor­liegt5

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 8. August 2021 – 2 BvR 727/​20

  1. vgl. BVerfGE 89, 155 <171> 123, 267 <329>[]
  2. vgl. BVerfGE 101, 331 <345> 130, 1 <21>[]
  3. vgl. BVerfGE 83, 119 <124 f.>[]
  4. vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.12.2009 – 2 BvR 1957/​08, Rn. 11; Beschluss vom 24.10.2011 – 1 BvR 732/​11, Rn. 16; Beschluss vom 08.12.2017 – 2 BvR 2019/​17, Rn. 17[]
  5. vgl. BVerfGE 123, 186 <234> 130, 1 <21>[]