Ver­fas­sungs­be­schwer­den – und die Rechts­weg­er­schöp­fung

Nach § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG muss der Rechts­weg vor Erhe­bung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de erschöpft sein.

Ver­fas­sungs­be­schwer­den – und die Rechts­weg­er­schöp­fung

Dies dient ins­be­son­de­re dazu, in einem Gerichts­ver­fah­ren eine Klä­rung von Tat­sa­chen und ein­fach­recht­li­chen Fra­gen her­bei­zu­füh­ren, auf die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei der Ent­schei­dung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen ange­wie­sen ist 1.

Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist nur aus­nahms­wei­se auch ohne Erschöp­fung des fach­ge­richt­li­chen Rechts­wegs zuläs­sig, wenn die Anru­fung der Fach­ge­rich­te unzu­mut­bar ist, weil sie offen­sicht­lich sinn- und aus­sichts­los wäre 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Juni 2016 – 1 BvR 1615/​10

  1. vgl. BVerfGE 114, 258, 280 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerfGE 123, 148, 172 f. m.w.N.[]
  3. LG Bochum, Beschluss vom 16.04.2015 – I7 T 82/​15[]