Ver­ga­be von Ober­schul­plät­zen nach der Ber­li­ner Schul­re­form

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die Ver­ga­be von Ober­schul­plät­zen auf der Grund­la­ge des geän­der­ten Schul­ge­set­zes als recht­mä­ßig bestä­tigt.

Ver­ga­be von Ober­schul­plät­zen nach der Ber­li­ner Schul­re­form

Das Ber­li­ner Schul­ge­setz sieht vor, dass Inte­grier­te Sekun­dar­schu­len und Gym­na­si­en ihre frei­en Plät­ze bei einer die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät über­stei­gen­den Nach­fra­ge wie folgt ver­ge­ben:

  • Bis zu 10 % sind für Här­te­fäl­le vor­ge­se­hen,
  • min­des­tens 60 % wer­den nach Auf­nah­me­kri­te­ri­en ver­teilt, die die Schu­le unter Berück­sich­ti­gung ihres Schul­pro­gramms fest­legt, und
  • 30 % der Plät­ze wer­den ver­lost.

Dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg zufol­ge dür­fen auch Inte­grier­te Sekun­dar­schu­len wie die Carl-Zeiss-Ober­schu­le (Tem­pel­hof-Schö­ne­berg) die Durch­schnitts­no­te der so genann­ten För­der­pro­gno­se grund­sätz­lich zum Auf­nah­me­kri­te­ri­um machen. Soweit hier­durch im Ein­zel­fall vor allem leis­tungs­star­ke Schü­ler einen Schul­platz erhiel­ten, habe der Gesetz­ge­ber dies bewusst in Kauf genom­men. Er habe – anders als im Fall der frü­he­ren Gesamt­schu­len – aus­drück­lich dar­auf ver­zich­tet, an Inte­grier­ten Sekun­dar­schu­len eine bestimm­te Zusam­men­set­zung der Schü­ler­schaft zu for­dern.

Im Übri­gen wer­de leis­tungs­schwä­che­ren Schü­lern die Mög­lich­keit eröff­net, im Wege der Ver­lo­sung einen Platz zu erhal­ten. Auf das Schul­pro­gramm müs­se die Schu­le bei der Fest­le­gung des Auf­nah­me­kri­te­ri­ums nicht abstel­len, wenn eine beson­de­re Pro­fil­bil­dung feh­le.

Außer­dem ist nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg die Ver­ga­be eines Schul­plat­zes nach der Här­te­fall­re­ge­lung grund­sätz­lich nur dann mög­lich, wenn die Erzie­hungs­be­rech­tig­ten die im Auf­nah­me­bo­gen ver­zeich­ne­te Rubrik „Här­te­fall“ ange­kreuzt hät­ten. Dies gel­te in der Regel selbst dann, wenn der Schul­lei­ter das Vor­lie­gen eines Här­te­fal­les münd­lich ver­neint habe.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschlüs­se vom 5. Sep­tem­ber 2011 – OVG 3 S 76.11 u.a.