War­te, bis Du gefragt wirst – aber nicht in der Schu­le

Ober­stu­fen­schü­ler müs­sen sich aus eige­nem Antrieb in den Unter­richt ein­brin­gen; ein blo­ßes Abwar­ten, bis man vom Leh­rer gefragt wird, reicht nicht aus. Meint jeden­falls das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen.

War­te, bis Du gefragt wirst – aber nicht in der Schu­le

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen jetzt in einem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­schie­den, dass die Nicht­ver­set­zung eines Ober­stu­fen­schü­lers einer Düre­ner Schu­le in die Jahr­gangs­stu­fe 12 recht­mä­ßig war, weil der Schü­ler in vier Fächern Leis­tun­gen erbracht hat­te, die mit „man­gel­haft“ bewer­tet wor­den sind.

Unter ande­rem beruh­ten die man­gel­haf­ten Noten dar­auf, dass die „Sons­ti­ge Mit­ar­beit“ des Schü­lers von sei­nen Leh­rern mit „kaum vor­han­den“ bis „gar nicht vor­han­den“ beur­teilt wor­den war. Der Schü­ler hat­te sei­nen Leh­rern vor­ge­hal­ten, dass es ihre Auf­ga­be gewe­sen wäre, Leis­tun­gen im Bereich der „Sons­ti­gen Mit­ar­beit“ von ihm abzu­ver­lan­gen.

Dem ist aller­dings das Ver­wal­tungs­ge­richt ent­ge­gen getre­ten und hat klar­ge­stellt, dass Schü­ler – gera­de in der gym­na­sia­len Ober­stu­fe – selbst ver­pflich­tet sei­en, an ihrer Bil­dung und Erzie­hung mit­zu­wir­ken, und sie sich nicht auf die Initia­ti­ve des jewei­li­gen Fach­leh­rers ver­las­sen könn­ten. Kom­me der Schü­ler sei­ner Mit­wir­kungs­pflicht nicht nach, dür­fe er sich nicht dar­über bekla­gen, dass sein Leh­rer ihn des­we­gen schlecht beur­tei­le.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 22. Sep­tem­ber 2010 – 9 L 350/​10