Zulas­sung zum Mas­ter­stu­di­um

Ähn­lich wie in sei­nem Beschluss zum Bache­lor­stu­di­en­gang Archi­tek­tur hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof es auch bei der Fra­ge der Zulas­sung zum Mas­ter­stu­di­um grund­sätz­lich für zuläs­sig erach­tet, dass Hoch­schu­len per Sat­zung spe­zi­el­le Eig­nungs­fest­stel­lungs­ver­fah­ren vor­se­hen, gleich­wohl aber eine Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mün­chen bestä­tigt, mit der die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Mün­chen im Wege des einst­wei­li­gen Rechts­schutz ver­pflich­tet wur­de, einen Stu­di­en­be­wer­ber vor­läu­fig zum Mas­ter­stu­di­en­gang Tech­no­lo­gie und Manage­ment­ori­en­tier­te Betriebs­wirt­schafts­leh­re zuzu­las­sen.

Zulas­sung zum Mas­ter­stu­di­um

Zwar sei, so der BayVGH, in einem Beschluss der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz vom 10. Dezem­ber 2009 unter ande­rem eine Fle­xi­bi­li­sie­rung des Zugangs zu Mas­ter­stu­di­en­gän­gen ver­ein­bart wor­den. Bis zu sei­ner Umset­zung durch eine Ände­rung der gesetz­li­chen Grund­la­gen blei­be es aber bei der Ermäch­ti­gung der Hoch­schu­len in Bay­ern, durch Sat­zung wei­te­re Zugangs­vor­aus­set­zun­gen für den Mas­ter­stu­di­en­gang fest­zu­le­gen und ins­be­son­de­re Eig­nungs­fest­stel­lungs­ver­fah­ren vor­zu­se­hen. Bei der Aus­wahl der Kan­di­da­ten sei aller­dings zu beach­ten, dass deren Eig­nung im Rah­men eines mög­lichst aus­sa­ge­kräf­ti­gen Ver­fah­rens unter Ein­be­zie­hung aller rele­van­ten Eig­nungs­kri­te­ri­en über­prüft wer­den müs­se. Des­halb müss­ten sich die in der Sat­zung fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en mög­lichst genau an den beson­de­ren Anfor­de­run­gen des jewei­li­gen Stu­di­ums ori­en­tie­ren.

Die Fest­le­gun­gen der TU Mün­chen in ihrer Sat­zung für den Mas­ter­stu­di­en­gang Tech­no­lo­gie- und Manage­ment­ori­en­tier­te Betriebs­wirt­schafts­leh­re zu den Bewer­tungs­kri­te­ri­en im Eig­nungs­ver­fah­ren und zu deren Gewich­tung sei­en aber nicht hin­rei­chend klar und trans­pa­rent. Ins­be­son­de­re sei frag­lich, ob das Ergeb­nis des vor­an­ge­gan­ge­nen Bache­lor­stu­di­ums bei der Bewer­tung zu berück­sich­ti­gen sei oder nicht und wie die jeweils zu bewer­ten­den Aus­wahl­kri­te­ri­en zu gewich­ten sei­en. Zusätz­li­che Beden­ken ergä­ben sich dar­aus, dass die Eig­nung eines Bewer­bers für einen Mas­ter­stu­di­en­gang auf der ers­ten Stu­fe des Eig­nungs­ver­fah­rens nach der Sat­zung der TUM offen­bar aus­schließ­lich auf der Grund­la­ge eines ein­ge­reich­ten Moti­va­ti­ons­schrei­bens und eines Auf­sat­zes beur­teilt wer­de, ohne dabei sei­ne Leis­tun­gen im Erst­stu­di­um zu berück­sich­ti­gen. Bei einem Moti­va­ti­ons­schrei­ben und einem Auf­satz han­de­le es sich um Ein­zel­leis­tun­gen und Moment­auf­nah­men, die allein kei­ne hin­rei­chen­de Grund­la­ge für eine zuver­läs­si­ge Beur­tei­lung der Eig­nung eines Bewer­bers für ein Mas­ter­stu­di­um dar­stel­len könn­ten und denen auch gegen­über den Leis­tun­gen des Erst­stu­di­ums allen­falls unter­ge­ord­ne­te Bedeu­tung bei­gemes­sen wer­den dür­fe. Glei­ches gel­te für ein Aus­wahl­ge­spräch von 20 bis 30 Minu­ten auf der zwei­ten Stu­fe des Eig­nungs­ver­fah­rens.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Janu­ar 2010 – 7 CE 09.2804