DocMor­ris ist Kran­ken­kas­sens Lieb­ling?

Kran­ken­kas­sen dür­fen nicht für Ver­sand­apo­the­ken wer­ben. Das ent­schied in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Beschluss das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt.

DocMor­ris ist Kran­ken­kas­sens Lieb­ling?

Die AOK Hes­sen hat­te, unter ande­rem über ihre Mit­glie­der­infor­ma­ti­ons­schrift ?Aktu­ell? sowie in umfang­rei­chen Tele­fon­ak­tio­nen, für den Bezug von Medi­ka­men­ten über Ver­sand­apo­the­ken wie DocMor­ris, Myca­re und Sani­ca­re gewor­ben. Dabei wur­den die Ver­si­cher­ten u.a. damit ?gekö­dert?, dass die Ver­sand­apo­the­ken den AOK-Ver­si­cher­ten Ermä­ßi­gun­gen bei den Zuzah­lun­gen sowie güns­ti­ge­re Prei­se bei nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Pro­duk­ten anbo­ten. Die AOK gab 12.000 ‑13.000 Adres­sen von Ver­si­cher­ten, die Inter­es­se an die­ser Form des Medi­ka­men­ten­be­zugs geäu­ßert hat­ten, an Ver­sand­apo­the­ken, über­wie­gend an DocMor­ris, wei­ter.

Die Darm­städ­ter Rich­ter unter­sag­ten der AOK nun in einem Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes die wei­te­re Wer­bung für Inter­netapo­the­ken. Die Wer­be­ak­tio­nen stell­ten einen Ver­stoß gegen den zwi­schen Kran­ken­kas­sen und Apo­the­ker­ver­band geschlos­se­nen Arz­nei­lie­fer­ver­trag dar, in dem eine Beein­flus­sung der Ver­si­cher­ten zuguns­ten bestimm­ter Apo­the­ken unter­sagt sei. Vor allem die Tele­fon­ak­tio­nen der AOK
dien­ten nicht, wie von die­ser behaup­tet, der Infor­ma­ti­on, son­dern der Beein­flus­sung zuguns­ten bestimm­ter, für die Kran­ken­kas­sen güns­ti­ger Apo­the­ken. Dies wer­de auch dadurch unter­stri­chen, dass mehr als zehn­tau­send Ver­si­cher­ten-Adres­sen an Inter­netapo­the­ken zu Wer­bungs­zwe­cken wei­ter­ge­lei­tet wur­den. Für die Ver­si­cher­ten sei es schwer, sich die­ser Art der Beein­flus­sung zu ent­zie­hen.

Der Beschluss ist rechts­kräf­tig, er ist unan­fecht­bar.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Hes­sen, Beschluss vom 23. Mai 2007 – L 8 KR 199/​06 ER