Der Abbruch der Tisch­ten­nis­bun­des­li­ga

Der wegen der Coro­na-Pan­de­mie vor­zei­ti­ge Abbruch der Spiel­zeit der Tisch­ten­nis­li­ga 2019/​20 ist nicht rechts­wid­rig.

Der Abbruch der Tisch­ten­nis­bun­des­li­ga

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main in dem hier vor­lie­gen­den Fall einen Anspruch des kla­gen­den Sport­ver­eins auf Ertei­lung eines Spiel­rechts für die 3. Bun­des­li­ga im Tisch­ten­nis ver­neint. Der Sport­ver­ein begehrt vom Antrags­geg­ner, dem Deut­schen Tisch­ten­nis­bund, die Ertei­lung eines Spiel­rechts sei­ner 3. Bun­des­li­ga (Tisch­ten­nis) für die Spiel­zeit 2020/​21. Die­ser hat­te die Spiel­zeit 2019/​20 auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie vor­zei­tig abge­bro­chen. Die vor­zei­tig been­de­te Spiel­zeit wird anhand der zum Zeit­punkt der Aus­set­zung der Spiel­zeit am 13.03.2020 gül­ti­gen Tabel­le gewer­tet. Zu die­sem Zeit­punkt wur­de der Antrag­stel­ler auf Platz 10 geführt mit der Fol­ge eines Zwangs­ab­stiegs in die 4. Liga.

Nach­dem das Land­ge­richt Frank­furt a.M. [1] den Antrag, dem Antrag­stel­ler das Spiel­recht in der 3. Bun­des­li­ga zu ertei­len, zurück­ge­wie­sen hat­te, hat der Sport­ver­ein sein Ziel mit der sofor­ti­gen Beschwer­de wei­ter ver­folgt.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a.M. es bereits für frag­lich gehal­ten, ob die begehr­te einst­wei­li­ge Ver­fü­gung hier zuläs­sig sei. Im Ergeb­nis wür­de die bean­trag­te Ertei­lung der Spiel­rech­te zur voll­stän­di­gen Befrie­di­gung des Antrag­stel­lers füh­ren. Die dar­in lie­gen­de sog. Vor­weg­nah­me der Haupt­sa­che sei nur in Aus­nah­me­fäl­len mög­lich, ins­be­son­de­re zur Abwen­dung einer Not­la­ge. Der dro­hen­de Abstieg in die 4. Liga gefähr­de den Antrag­stel­ler jedoch nicht in sei­ner Exis­tenz. „Auf- und Abstie­ge gehö­ren zum sport­li­chen All­tag“, begrün­det das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a.M..

Außer­dem sei es hier mög­lich, dass der Antrag­stel­ler vor Beginn der Spiel­zeit 2020/​21 geson­dert durch Auf­sto­ckung der Liga zuge­las­sen wer­den könn­te. Der bis­he­ri­ge Still­stand des par­al­lel vom Antrag­stel­ler betrie­be­nen sport­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens sei inso­weit allein auf die all­ge­mei­nen Aus­wir­kun­gen des Coro­na beding­ten Shut-downs zurück­zu­füh­ren.

Dar­über hin­aus habe der Antrag­stel­ler auch durch das Abwar­ten von einem Monat zwi­schen Kennt­nis der Abbruch­ent­schei­dung und Ein­lei­tung die­ses Eil­ver­fah­rens – noch nach Anru­fen der Sport­ge­richts­bar­keit – deut­lich gemacht, dass es ihm so dring­lich mit der Ange­le­gen­heit nicht sei.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt a.M. habe der Antrag­stel­ler auch kei­nen Anspruch auf Ertei­lung des Spiel­rechts in der 3. Liga, da er zum Zeit­punkt des Sai­son­ab­bruchs nicht auf einem für den Ver­bleib in die­ser Spiel­klas­se berech­ti­gen­den Tabel­len­platz gestan­den habe. Maß­geb­lich sei gemäß dem anzu­wen­den­den Regel­wert die Abschluss­ta­bel­le. Der Antrags­geg­ner habe wirk­sam die Tabel­le zum Zeit­punkt der Aus­set­zung der Spiel­zeit am 13.03.2020 als Abschluss­ta­bel­le defi­niert. Die­se Ent­schei­dung sei rechts­feh­ler­frei getrof­fen wor­den. Der Spiel­be­trieb habe wäh­rend der Coro­na-Kri­se infol­ge hoheit­li­cher Maß­nah­men aus­ge­setzt wer­den müs­sen. Ob eine Wie­der­auf­nah­me bis zum 31.5.2020 in Betracht kom­men könn­te, sei zwei­fel­haft.

Soweit der Antrags­geg­ner auch alter­na­tiv auf den Tabel­len­stand zum Zeit­punkt des Abschlus­ses der Hin­run­de hät­te abstel­len kön­nen, sei nicht ersicht­lich, dass dies dem Antrag­stel­ler nut­zen wür­de. Auch eine voll­stän­di­ge Annul­lie­rung der Sai­son 2019/​20 hät­te nicht aus­schlie­ßen kön­nen, dass ein Ver­ein benach­tei­ligt wer­de, des­sen sport­li­che Erfolg bereits rech­ne­risch fest­ge­stan­den hät­ten. Schließ­lich sei auch nicht dar­ge­tan und glaub­haft gemacht, dass der Antrag­stel­ler bei einer Fort­set­zung der Spiel­zeit 2019/​20 den Klas­sen­er­halt erreicht hät­te.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main, Beschluss vom 20. Mai 2020 – 19 W 22/​20

  1. LG Frank­furt a.M., Beschluss vom 09.05.2020 – 2/​7O 152/​20[]